Kompakter geht es nicht – DAN A4-SFX mit GTX 1080 im Test

Ende 2012 habe ich nach Jahren als PC-Bastler meinen bis dato letzten Gaming-Rechner eingemottet. Er wurde auseinander gebaut und in Einzelteilen verkauft. Danach habe ich mich aus der Wasserkühlung-Szene genauso verabschiedet wie von High-End-Gaming-PCs. Statt wartungsintensiver Monster-Rechner arbeite ich seitdem lieber mit Macbooks. Statt pflegebedürftiger Gaming-Hardware versüße ich mir die spärliche Freizeit lieber mit Konsolen-Spielen auf der XBox One S. Aber die Ruhe hat ein Ende. Nach über vier Jahren Abstinenz hat mich das Bastelfieber doch wieder erwischt und ein bisschen kehre ich damit auch zurück zu den Wurzeln dieses Blogs. Ursprünglich hatte ich DeathMetalMods nämlich gestartet, um meinen diversen Wasserkühlung-PC-Projekten aus dem Hardwareluxx-Forum eine eigene Bühne zu bieten. Und diese Bühne bekommt nun – vier Jahre nach meinem letzten Bastelprojekt – tatsächlich einen neuen Akteur, den hier vorgestellten Mini-Gaming-PC auf Basis des kompakten DAN-Cases A4-SFX Gehäuses.

Warum doch wieder ein Gaming-PC?

Warum kehre ich jetzt nach vier Jahren zurück in die PC-Bastel-Szene? Ich kann das wohl an drei Faktoren festmachen: Erstens hat Nvidia im vergangenen Herbst neue Grafikkarten veröffentlicht, die mich ein bisschen wachgerüttelt haben. Mit der im vergangenen Mai vorgestellten GTX 1080 zeigte Nvidia erstmals einer Rechenleistung, die mit nur einer Grafikkarte selbst in anspruchsvollen Spielen flüssige 60 Bilder/Sekunde auf Ultra-HD-(4K)-Auflösung liefert. Während mich die vielen kleinen und großen Leistungssteigerungen seit Ende 2012 kaum gejuckt haben, war der Leistungssprung der 10er-Serie doch so dramatisch, dass es mich wieder in den Fingern zu jucken begann. Im Vergleich zu meinem letzten Rechner mit zwei GTX 580 im SLI deklassiert die neue Generation alles mir Bekannte und lockte mich, mein altes Hobby doch nochmal zu reaktiveren.

Zweitens konnte ich mit meinen Pixel-verliebten Augen nicht leugnen, dass allen technischen Verbesserungen zum Trotz die Spiele auf meiner XBox One S selten mit der Grafikpracht mithalten konnten, die ich bei den PC-Umsetzungen zu sehen bekam. Mittlerweile sind alle Monitore bei mir auf 4K umgestellt und obwohl die aktuelle XBox One S für Video- und Streaming-Anwendungen Ultra-HD-kompatibel ist, bietet (derzeit) nur PC-Hardware die nötige Power, um auch in Spielen die vollen Grafikpracht eines 4K-Monitors zu nutzen. Bei allen Vorteilen einer XBox – warum ich überhaupt zum Konsolenspieler wurde, lest ihr hier – haben die einfache Wartung und Bedienung einer Spielekonsole doch den Kürzeren gezogen gegenüber der Bildqualität, die ein Gaming-PC zustande bringt.

Der endgültige Anstoß für dieses neue Projekt kam dann aber aus eher unerwarteter Ecke. Seit Ende 2016 hatte ich mir zwar bei diversen Sponsoren Unterstützung für ein neues Projekt geholt und wollte mit einem klassischen Tower-Gehäuse in die PC-Bastelei zurückkehren. Wirklich durchringen konnte ich mich aber lange nicht, das Projekt tatsächlich auch in Angriff zu nehmen. Erst als ich auf das DAN-Cases A4-SFX stieß, fiel die Entscheidung. Das kleine Mini-Gehäuse traf nämlich einen anderen Nerv, den ich hier im Blog schon mehrfach bedient habe: Kompakte kleine Rechner mit viel Power und Charme. Ich bin zum Beispiel ein großer Fan der Intel NUC Plattform und habe auch immer viel Spaß mit meinem Raspberry Pi. Das nur 7 Liter fassende Mini-Gehäuse von DAN-Cases war dann der letzte Anstoß, denn kompakter kann man High-End-Gaming derzeit kaum verpacken. Ich orderte also kurzentschlossen eine Riesenladung an Komponenten und das Projekt konnte beginnen.

Das DAN-Cases A4-SFX

Ganz so einfach ist die Geschichte aber doch nicht, denn das besagte DAN-Cases A4-SFX kann man nicht im Handel kaufen. Das kleine Platzwunder wurde letztes Jahr nach langer Planung von Daniel Hansen, einem Flensburger Gehäuse-Enthusiasten und Ein-Mann-Unternehmer, über eine Kickstarter-Kampagne finanzierte. Gefertigt wird das Gehäuse von Lian Li, dem taiwanesischen Experten für hochwertige Alu-Gehäuse. Das gesteckte Ziel von 500 zu finanzierenden Gehäusen wurde dann binnen 40 Minuten erreicht und am Ende schaffte es Daniel, per Kickstarter die Produktion von 1600 Exemplaren zu unterstützen. Der Andrang war letztlich so groß, dass das Gehäuse dieses Jahr in einer zweiten Runde offiziell auch beim Online-Händler Caseking verfügbar sein wird. Dort wird derzeit mit Juli 2017 geplant, Daniel selber spricht in Foren aber eher von einer Verfügbarkeit ab August bis Oktober. Für mich hatte all das aber ohnehin keine Bedeutung, denn ich habe einerseits die Kickstarter Kampagne verpasst und wollte andererseits auf die Lieferung von Caseking nicht warten. Deshalb habe ich mich bei eBay auf die Lauer gelegt und zu gesalzenem Preis ein gebrauchtes Exemplar erstanden. So landete Mitte März schließlich eine silberne Version des DAN A4-SFX bei mir, und zwar die Nummer #1520.

Linke Seite und Front

Front

Rechte Seite mit Rückseite

Das Case ist komplett aus Aluminium gefertigt, wiegt leer leichte 1,25 kg und gibt sich in Sachen Fertigungsqualität keine Blöße. Ich habe mich für die silberne Version entschieden, weil ich es gern etwas kontrastreicher mag. Systeme in schwarzen Gehäusen gibt es schließlich schon genug. Der Clou am DAN A4-SFX ist sein Kühlkonzept aus zwei Kammern. In der einen werden Netzteil, Mainboard, RAM und CPU verstaut und in der anderen findet eine Grafikkarte mit bis zu 295 mm Länge Platz. Verbunden werden beide Kammern über ein 3M Twin PCIe-Riser-Band, das bei Lieferung schon fertig verbaut ist. In der Grafikkarten-Kammer schützt zudem eine durchsichtige Folie davor, dass Grafikkarte und Gehäuse oder Riser-Band sich berühren.

Rechte Kammer für Netzteil, Mainboard & Co

Linke Kammer für die Grafikkarte

Vorinstallierte Lüfter oder auch nur Platz für diese gibt es nicht. Alle Komponenten müssen sich mit ihrer eigenen Kühlung begnügen und sich selbst um Frischluft durch die dafür vorgesehenen Perforationen kümmern. Die Front ist mit einem einzigen USB 3.0 Port und der Power-Taste sehr schlicht gehalten. Die interne Verkabelung ist dementsprechend übersichtlich und beschränkt sich auf den Power-Switch-Stecker, ein internes USB 3.0 Kabel sowie die innenliegende Netzkabel-Verlängerung. Diese interne Verlängerung ist nötig, weil das Netzteil keinen eigenen Kontakt zur Außenwelt hat. Intern findet sich dann noch eine Montagemöglichkeit für 2,5 Zoll Laufwerke. Maximal drei davon finden Platz.

Interner Laufwerkkäfig

Platz für das Netzteil mit vormontierten Kabeln für USB, Schalter und Netzanschluss

Auf der Unterseite schließlich sind 4 kleine Füße montiert. Der Vorbesitzer meines Exemplars hat diese gegen rutschfeste Gummifüße ersetzt. Die Originalfüße stehen im Ruf, eher wenig Griff zu haben, so dass ich die nachgerüsteten Füße auch nicht wieder durch die Originale ersetzt habe. Hier lassen sich aber natürlich auch deutlich schickere HiFi-Füße oder ähnliches verbauen.

Unterseite mit Gummifüßen

Die beiden Seitenwände sind übrigens leicht zu öffnen. Sie werden mit dem bekannten Push-Pin-Mechanismus von Lian Li und zwei kleinen Schrauben am Boden an ihrem Platz gehalten. Bisher gibt es leider nur geschlossene Seitenwände, aber ein Window-Kit ist bereits in Planung.

Meine Wahl der Komponenten

Ein derart winziges Gehäuse macht es natürlich erforderlich, die Komponenten besonders gründlich auszuwählen. Die Auswahl beschränkt sich bei Mainboards aus Platzgründen auf den ITX-Formfaktor und auch bei den Netzteilen dürfen es nur Geräte der Bauart SFX und SFX-L sein. Beschränkungen gibt es auch beim CPU-Kühler: Mit maximal 48 mm Höhe reduziert sich die Auswahl auf derzeit nur 12 Kühler-Modelle auf der offiziellen Kompatibilitätsliste. Das alles ist aber weniger dramatisch als es klingt. Für die aktuellen Kaby Lake Prozessoren von Intel auf Basis des Sockel 1151 gibt es ausreichend gut ausgestattete Mainboards im ITX-Faktor und auch bei den Netzteilen haben die meisten bekannten Hersteller jedenfalls ein oder zwei Modelle im Angebot. Nur wer am Liebsten ein Kraftpaket auf Basis der brandneuen AMD Rizen Plattform bauen möchte, guckt noch in die Röhre. ITX-Mainboards gibt es für diesen Formfaktor von AMD-Partnern bisher nämlich keine.

Ich habe mich (nicht nur) deshalb für ein Intel System entschieden. Hinzu kommt, dass ich oft mit Handbrake arbeite und deshalb ohnehin Intels Quicksync Technologie zum hardwarebeschleunigten Kodieren von Videodateien nutze. Außerdem schaue ich viel Netflix (auch in 4K) und wollte mir einmal die neue 10-bit HEVC Dekodierung der Kaby Lake CPUs anschauen. Am Ende landete ich daher bei einem Core i5 7600K mit 4 x 3,80 GHz (Turbo bis 4,20 GHz), der momentan das wohl beste Preis-Leistungs-Verhältnis für High-End-Gaming-Systeme bietet. Ein System mit mehr Kernen auf Basis des Sockel 2011-E wäre natürlich auch nett gewesen, aber meine Vernunft und die Grenzen meines Portemonnaies halten mich glücklicherweise (noch) davon ab.

RAM, Mainboard und CPU

Bei Mainboards greife ich ganz gern zu AsRock und habe mich daher für das AsRock Z270M-ITX/ac entschieden, einem ITX-Board auf Basis des Z270 Chipsatzes. Bei AsRock gefällt mir der tendenziell günstige Preis, das meist gelungene UEFI und die trotzdem vorhandenen Features. Das Z270M-ITX/ac hat zum Beispiel einen m.2 PCI-Slot für SSDs, WLan und zwei Ethernet-Anschlüsse. Abgerundet wird das Herz meines Rechners von 16 GB DDR4 Corsair Arbeitsspeicher der Sorte Vengeance LPX. Da mein System später ein blau/schwarzes Thema bekommen soll, habe ich mich für blaue Heatspreader entschieden.

Die Wahl des Netzteils sowie des Kühler war schon etwas kniffliger. Letztlich habe ich mich für das Corsair SF-450 und den Noctua L9i entschieden. Mit Corsair-Netzteilen habe ich schon in früheren Systemen gute Erfahrungen gemacht. Das SF-450 bietet genügend Leistung, ist semi-passiv (der Lüfter dreht bei geringer Auslastung nicht) und bringt mit 80 Plus Gold Zertifizierung ordentlich Effizienz mit. Außerdem ist das Netzteil voll modular. Da ich nur wenige der vielen Stromanschlüsse brauche, kann ich so Kabelsalat sparen und erleichtere mir das spätere Sleeven der Netzteil-Kabel ungemein.

Das Corsair SF-450

Gekühlt wird die CPU von einem Top-Blower von Noctua. Der L9i Kühler ist so ziemlich das Limit dessen, was man im DAN A4-SFX unterbringen kann und mit Blick auf die Expertise der Österreicher für leise und leistungsstarke Lüfter habe ich hier schlicht auf den guten Namen und ein paar Empfehlungen in Foren vertraut.

Mit Noctua macht man in der Regel nichts falsch

Als Betriebssystem kommt natürlich Windows 10 zum Einsatz, das ich auf einer Samsung 960 EVO SSD installiere. Die 960 EVO rangiert definitiv am oberen Ende dessen, was ich für eine SSD auszugeben bereit war. Die versprochenen sequentiellen Lese- und Schreibraten der NVMe SSD von bis zu 3.200MB/s und 1.900MB/s sind aber derart verlockend, dass ich entschied, mir für mein neues Gaming-System auch hier etwas (übertriebene?) Hochleistung zu gönnen. Dank m.2 Steckplatz benötige ich zudem keinen Extra-Platz im Gehäuse, sondern kann die SSD auf dem dafür vorgesehenen Platz des Mainboards direkt einsetzen.

Schnell, schneller: EVO 960

Als Grafikkarte kommt – wie gesagt – eine GTX 1080 zum Einsatz. Zwar gibt es mittlerweile sogar die GTX 1080 Ti, die noch einmal zwischen 15 und 30 % mehr Leistung bringt, aber die hätte mein Budget dann doch über die Maßen beansprucht und hätte bei der internen Verkabelung zudem einen weiteren 6-PIN Anschluss gefordert. Die GTX 1080 hingegen bietet ausreichend Leistung, ist beinahe schon bezahlbar und schluckt nicht ganz so viel Strom. Konkret habe ich mich für ein Modell von EVGA entschieden und zwar für eine Founders Edition. EVGA gehört ebenfalls zu den Herstellern, zu denen ich schon in der Vergangenheit gern gegriffen habe. Für EVGA spricht vor allem der gute Support und die weitergeltende Garantie bei Umbau auf einen Wasserkühler. Zur Founders Edition habe ich deshalb gegriffen, weil dort die Kompatibilität mit Wasserkühlern höher ist und – solange ich noch auf Luftkühlung setze – der Radiallüfter besser zum Kühlkonzept des DAN A4-SFX passt. Kalte Luft wird so durch die Seitenwand eingesogen und warme auf der Rückseite herausgeblasen, statt den Innenraum des kleinen Gehäuses aufzuwärmen.

Wenn NVidia, dann EVGA

Alle diese Komponenten sind übrigens zu 100 % selbst finanziert. Sponsoring oder Testsamples standen zwar im Raum, passten zeitlich oder organisatorisch aber leider nicht zu meinen Planungen.

Einbau und Verkabelung

Der Einbau der Komponenten dauerte – unterbrochen durch Fotoaufnahmen – ein paar Stunden. Insgesamt bin ich aber sehr beeindruckt, wie gut das Gehäuse durchdacht ist. Alles fand sofort an seinen Platz und trotz der beengten Platzverhältnisse hatte ich nicht das Gefühl, mir die Finger verbiegen zu müssen. Ich habe mir allerdings im Vorfeld auch einige Gedanken gemacht, in welcher Reihenfolge ich welche Komponenten einsetze.

So habe ich zum Beispiel Manboard, CPU, RAM und Kühler schon außerhalb des Systems komplett zusammengesetzt und erst dann zusammen in das Gehäuse verfrachtet. Für die Wärmeleitpaste habe ich zu Coolermasters Mastergel Maker mit Nanopartikeln gegriffen. Ein kleiner Tropfen genügt hier völlig. Der Noctua L9i passt gerade so neben den Arbeitsspeicher und wird rückseitig mit 4 gummierten Rändelschrauben fixiert. Insgesamt eine erfreulich einfache Kühlermontage.

RAM, SSD und CPU habe ich außerhalb des Gehäuses verbaut

Ein kleiner Tropfen Wärmeleitpaste genügt völlig

Der Noctua L9i passt gerade so

Alles zusammen findet dann in der Mainboard-Kammer Platz. Das PCI-Riser-Band habe ich direkt eingesteckt und das Mainboard an seinem Platz verschraubt. Man merkt hier wirklich, wie knapp bemessen und perfekt abgestimmt der gesamte Platz sind. Kaum ein Millimeter mehr wäre Raum. Aber so sitzt alles perfekt. Besonders glücklich bin ich mit der freiliegenden SSD. Anders als bei manchen Mainboards wird diese nämlich nicht auf der Rückseite, sondern an der Vorderseite verschraubt und erhält so immerhin etwas Zugang zu Frischluft. Auch SSDs können im Betrieb nämlich eine gewisse Wärme entwickeln.

Kein Millimeter zu viel Platz

Das Netzteil habe ich ebenfalls zunächst außerhalb des Gehäuses vorbereitet. Ich brauche von allen Kabeln nur den 24-PIN und 8-PIN ATX-Strang für die Stromversorgung des Mainboards sowie ein 8-PIN PCI Kabel für die Grafikkarte. Bevor ich das Netzteil eingesetzt habe, wurde dann noch die Halterung für die 2,5 Zoll Laufwerke entfernt. Ich benötige sie nicht und gönne mir lieber Platz für das Kabelmanagement.

Den Laufwerkschlitten habe ich entfernt

Die interne Netzteilverlängerung habe ich ebenfalls schon außerhalb des Gehäuse eingesteckt, weil man im verbauten Zustand sonst kaum noch rankommt. Die Kabel des Corsair SF-450 sind leider eher steif und störrisch. Rein optisch hätte ich mir auch mehr gewünscht als die blanken Kabel im Gummimantel, aber was nicht ist, kann ja noch (hübsch gemacht) werden.

Das Netzteil wurde ebenfalls extern vorbereitet

Um das Netzteil schließlich an der Gehäuseoberseite zu verschrauben, muss dann doch noch einmal die Außenhaut weichen. Die ist mit den gleichen Schrauben (Sechs an der Zahl) wie die Seitenteile fixiert. An dieser Stelle sollte man auch gut darauf achten, das Netzteil anzuschalten, denn später kommt man an den Power-Schalter nicht mehr ran.

Um das Netzteil zu verschrauben, muss die Außenhaut kurz weichen

Zum Schluss wird die Außenhaut wieder montiert und das System verkabelt. Die Kabel des SF-450 sind zwar schon recht kurz, für die Abmessungen im DAN A4-SFX hätten sie allerdings durchaus noch einmal kürzer sein können. Zum Glück sind die Anschlüsse auf dem AsRock Mainboard aber so günstig gelegen, dass sich die Kabel weitgehend unauffällig verlegen lassen. Die USB 3.0 Verlängerung und das Kabel der Power-Taste werden natürlich auch gleich verlegt.

Die fertig verkabelte Mainboard-Kammer

Damit ist die rechte Kammer dann auch fertig und es geht zur linken Kammer bzw. zum Einbau der Grafikkarte. Das dortige Prozedere gestaltet sich ebenfalls als durchdacht und einfach. Das 8-PIN Stromkabel habe ich bereits vom Netzteil in die GPU-Kammer durchgezogen und alles, was dann noch zu tun ist, gleicht dem üblichen Einbau einer Grafikkarte: PCI-Brackets rausschrauben, Karte einstecken und Strom anschließen. Fertig.

Der Einbau der Grafikkarte ist unkompliziert

Die PCI-Brackets müssen vorher natürlich raus

Fertig: Die GTX 1080 passt wunderbar in das DAN A4-SFX

Zum Schluss müssen nur noch die Außenwände wieder montiert werden und das System ist startklar. Mit montierten Seitenteile schimmert nur ein Hauch der Kraft durch, die hier auf 7 Litern konzentriert ist. Während man die Grafikkarte aufgrund der markanten Optik noch erahnt, ist die Mainboard- und Netzteil-Seite schon fast zu unauffällig.

Nur wenig verrät von Außen, welche Power in dem Winzling steckt

CPU und Netzteil sind durch die Seitenwand kaum zu erahnen

Wer auch nur ansatzweise Erfahrungen mit dem Zusammenbau von Computern hat, sollte mit dem DAN A4-SFX aber tatsächlich keine Probleme bekommen. Eine gute Vorauswahl der Komponenten vorausgesetzt, ist der Einbau keine schwere Übung und das Resultat sieht meiner Meinung nach einfach großartig aus. Das fertige System wiegt bei mir übrigens knapp unter 4,3 kg.

Stromverbrauch, Temperaturen und Lautstärke

So viel Kraft auf so wenig Raum hat natürlich seinen Preis. Nach dem Zusammenbau habe ich das System deshalb gespannt zum ersten Mal eingeschaltet und befürchtet, die drei kleinen Lüfter würden brüllend in Fahrt kommen und um die spärliche Frischluft im Gehäuse um die Wette lärmen. Ganz so schlimm wurde es dann aber doch nicht.

Im Leerlauf steht der Lüfter des Netzteils still und verursacht dementsprechend auch keine Geräusche. Der Lüfter des CPU-Kühler dreht nach Umstellung auf das Silent-Profil im UEFI des Mainboards mit etwas über 900 Umdrehungen während der Lüfter der Grafikkarte mit gut 1100 Umdrehungen läuft. Beides summiert sich im Betrieb zu einem leichten Surren, das – wenig überraschend – vor allem von dem Lüfter der Grafikkarte stammt. Der Noctua-Lüfter hingegen hält seine Versprechen und ist im Minimalbetrieb sehr dezent und dürfte für weniger empfindliche Ohren sogar als „unhörbar“ durchgehen. Die Temperaturen bleiben dabei erfreulich im Rahmen. Grafikkarte und CPU laufen bei entspannten 30 bis 35 Grad (ausgelesen mit HWMonitor), je nach Zimmertemperatur. Die SSD arbeitet währenddessen bei um die 40 Grad. Sobald etwas Musik im Zimmer läuft, verschwindet die Geräuschkulisse meines DAN-Systems damit im Hintergrund. Surfen, Bloggen, Youtube-Schauen oder Textverarbeitung ist also ohne unerträgliche Lärmkulisse möglich. Das Gesamtsystem schluckt derweil etwa 26 bis 28 Watt (gemessen mit einem KD-302 Messgerät).

Lüfter und Temperaturen im Leerlauf

Sobald man dem System aber etwas zu tun gibt, ist es natürlich vorbei mit der Ruhe. Nach einer halben Stunde Last, etwa beim Spielen von DOOM, erreicht das System einen unzweifelhaft lauten Lärmpegel. Die Grafikkarte dröhnt mit bis zu 2200 Umdrehung und köchelt bei etwa 83 Grad während die CPU den Noctua-Lüfter auf 1400 Umdrehungen antreibt und sich bei Spitzenwerten um die 68 Grad einpendelt. Auch die SSD bekommt etwas mehr Hitze ab und schnauft bei 57 Grad. Aber das war auch zu erwarten und diese Lärm- und Hitzeentwicklung ist nun einmal dem kompakten Formfaktor geschuldet. In größeren System ließen sich sicher leisere CPU-Kühler verwenden und auch mit alternativen GTX 1080 Modellen wäre noch Spielraum in Sachen Lärm.

Unter Last „rächt“ sich das kompakte Gehäuse

Unter Gaming-Last zieht das System übrigens selten mehr als 200 Watt aus der Wand, was bestätigt, wie effizient auch leistungsstarke Systeme mittlerweile sind und das ein 450 W Netzteil mit guter Effizienz auch für Gigh-End-Gaming-Systeme völlig ausreicht. Viel mehr will ich zu den Leistungswerten hier auch gar nicht sagen. Benchmarks eines Systems mit GTX 1080 und i5 7600K wird jeder Interessierte im Netz mit Leichtigkeit finden. Mir geht es primär um den Spaß am Basteln und an den Spielen selbst (derzeit vor allem DOOM und bald Titanfall 2) als um eine Leistungsschau.

Das ist erst der Anfang

Der erste Schritt zurück ist damit geschafft. Das System läuft, benimmt sich wie erwartet und zaubert schon einmal prächtige 4K-Performance auf die Monitore. Das fertige System steht momentan vor allem auf meinem Schreibtisch und freut den Ästheten gleichermaßen wie den Spiele-Enthusiasten.

Der elegante Kraftzwerg an seinem Platz

Aber damit ist das Projekt gerade erst am Anfang. Im zweiten Teil meiner Serie zum DAN-Cases Kraftzwerg werde ich mich zuerst dem Innenraum widmen. Das geplante blau/schwarze Thema ist bisher nur angedeutet. Hier sollen vor allem gesleevte Kabel folgen, die Riser-Brücke soll einen passenden Anstrich oder eine Blende bekommen und der Noctua-Lüfter muss vermutlich auch per Hand farblich angepasst werden. Auch nervt mich aktuell die grüne Maske auf der LED der EVGA-Grafikkarte. Die muss früher oder später abgeschliffen werden und einen blaue Anstrich bekommen. Auch wird das Mainboard von störenden Aufkleber zu befreien sein. Schließlich sollen dann irgendwann auch die Seitenwände getauscht werden, weg von den Sicht-versperrenden Metallseiten hin zu Seitenteilen mit Glaselement. Die Hochleistungshardware ist eigentlich viel zu Schade, um sie nicht auch angemessen zu präsentieren. Dafür warte ich derzeit auf die offiziellen Window-Kit-Teile von DAN-Cases selbst.

Sobald der Innenraum dann auf Vordermann gebracht ist, wird es in Teil Drei richtig spannend. Derzeit spiele ich nämlich mit Plänen für eine externe Wasserkühlung. Über Schlauchdurchführungen im hinteren Bereich des Schreibtischs soll ein Kreislauf auf der Unterseite der Schreibtischplatte erreicht werden, wo Pumpe, Radiator und Ausgleichbehälter die hitzköpfige Hardware unsichtbar und unhörbar auf Traumtemperaturen hält. Was mich dabei derzeit (abseits der nicht unerheblichen Kosten) noch abhält ist lediglich, dass der kleine Rechenknecht dann auf seinen Platz auf dem Schreibtisch festgelegt ist. Bevor ich mich also endgültig für eine externe Wasserkühlung entscheide, werde ich das System eine Weile im Alltagg nutzen und schauen, wie oft ich es, zum Beispiel im Wohnzimmer, an anderen Orten aufstelle.

Eine externe Wasserkühlung würde den spontanen Umzug ins Wohnzimmer erschweren

Denn soviel ist klar: Das System ist eigentlich viel zu kompakt und transportabel, um es dauerhaft auf einen Standort festzulegen. Mich würde jetzt natürlich interessieren, was eure Ideen für weitere Modifikationen sind. Tipps, Anregungen und Feedback sind hoch willkommen. Und damit sage ich:

See you in the comments!

6 Kommentare
  1. DMM
  2. DMM
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