Basteltagebuch Teil 2 – Seitenfenster, Sleeve und Custom-Blende für das A4-SFX

Ende März habe ich hier im Blog meinen neuen High-End-Rechner auf Basis des kompakten DAN-Cases A4-SFX vorgestellt. Im damaligen Artikel habe ich auch angekündigt, dass es nicht bei einem einzigen Beitrag zu dem System bleiben würde. Der wahre Bastelspaß  sollte ja erst noch kommen. Und so habe ich die letzten beiden Monate auch genutzt, um das System Stück für Stück aufzuwerten und kleine und große Modifikationen einzubauen.

Zwar ist noch immer nicht alles umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe, aber der erreichte Zwischenstand lässt sich so langsam doch vorzeigen. Deshalb gibt es nun gute zwei Monate später den zweiten Artikel zu meinem Bastelprojekt. Neben dem Modding-Fortschritt werde ich dabei auch ein paar Takte zum Alltagseinsatz des kompakten Systems, zu Windows 10 aus meiner Perspektive als Mac-Nutzer und zu den noch geplanten weiteren Bastelarbeiten sagen. Viel Spaß also bei Teil 2 meiner Artikelserie zum DAN-Cases A4-SFX.

Upgrade auf die GTX 1080 Ti

Im ersten Teil hatte ich bereits angedeutet, dass ich zu Beginn dieses Projekts überlegt hatte, statt der zunächst verbauten GTX 1080 direkt eine GTX 1080 Ti einzusetzen. Da die Kosten des Gesamtsystems aber bereits mit der 1080 beachtlich waren, habe ich davon zunächst abgesehen (eine Übersicht aller verbauten Komponenten findet ihr im ersten Artikel). Wie es aber mit Projekten dieser Art ist, packt einen der Bastelvirus mittendrin oft umso stärker. Einige Wochen nachdem der erste Artikel zum A4-SFX online ging, konnte ich mich dann doch nicht mehr halten und habe – ganz dem ironischen „PC Master Race“ Gedanken folgend – meine taufrische GTX 1080 durch eine 1080 Ti ersetzt. Dieses Projekt ist eben nicht nur ein vernunft- und bedürfnisgetriebenes System, sondern auch ausgelebte Lust am Technik-Exzess.

Upgrade: Statt einer 1080, arbeitet jetzt eine 1080 Ti im System

Einen ganz erheblichen Ausschlag dafür hat der Hersteller meiner GTX 1080 gegeben. EVGA bietet innerhalb der ersten 90 Tage nach Kaufdatum nämlich ein „Step-Up-Programm“ an und tauscht erworbene Nvidia-Grafikkarten nach Zahlung der Differenz gegen höherwertige Modelle. Nur so konnte ich meine bereits mehrere Wochen genutzte 1080 überhaupt ohne Wertverlust upgraden. Da für die GTX 1080 Ti im Verhältnis zur Mehrleistung von 15 – 30 % gegenüber der 1080 letztlich „nur“ knapp 20 % Aufpreis fällig wurden, habe ich mir das Upgrade letztlich doch schön geredet. Wie sich die leistungsstarke, aber energiehungrige Spitzen-GPU auf die Hitzeentwicklung und den Stromverbrauch im kompakten A4-SFX auswirkt, werde ich weiter unten noch ausführlicher ansprechen.

Sleeve von Cablemod

Von vornherein war klar, dass ich die mitgelieferten Kabel meines Corsair SFX-450 Netzteils gegen farblich abgestimmte und gesleevte Kabel tauschen würde. Unsicher war ich aber, ob ich mir – wie früher – die Arbeit selber machen oder auf fertige Sets zurückgreifen sollte. Zwar habe ich bereits reichlich Erfahrung mit eigenhändigem Ummanteln und MDPC-X Sleeve. Das aufwändige, stundenlange Hantieren mit Crimp-Zange, Schrumpfschlauch und störrigen Pins ist mir aber noch in unguter Erinnerung. Gesleevte Verlängerungen kamen aufgrund der beengten räumlichen Verhältnisse im A4-SFX ebenfalls nicht in Betracht.

Das Sleeven in Handarbeit habe ich mir gespart und stattdessen zu Cablemod gegriffen

Ich habe mich stattdessen für Cablemod entschieden, die in ihrem Online-Configurator passende Sets für viele Netzteile, u.a. mein Corsair SF-450, anbieten. Dort kann jede (einzelne!) Ader farblich angepasst und auch die Länge der einzelnen Stränge auf die Bedürfnisse im Gehäuse abgestimmt werden. Auf meine Anfrage hin, stellte mir Cablemod freundlicherweise noch im April einen von mir zusammengestellten Kabelsatz zur Verfügung. Damit ist Cablemod übrigens der einzige Sponsor dieses Projekts, wofür ich ein herzliches Dankeschön an das dortige Team richte.

Das Cablemod Set passt direkt an das Corsair SF-450 Netzteil

Gesleevte Kabel gehören einfach zu einem cleanen Look dazu

Die Cablemod Kabel sind flexibel genug für engere Kurven

Ich habe mich für ein Set entschieden, das für mein System nur die nötigsten Kabel enthält: Stromversorgung für Mainboard, CPU und Grafikkarte. Meinem anvisierten Farbschema entsprechend habe ich blauen Sleeve gewählt. Zudem habe ich zum qualitativ hochwertigeren Nylon-ModMesh gegriffen, der mit seiner feineren und flexibleren Webung etwas teurer als das günstigere Paracord ist. Als kleines Extra habe ich noch ein schwarz gesleevtes Netzteilkabel mit dazu bestellt. Verarbeitung und Qualität haben mich nicht enttäuscht. Dank der in 5-cm-Schritten anpassbaren Länge passt das Set perfekt in mein System und sorgt für den aufgeräumten Look, den nur gesleevte Kabel ermöglichen. Zusätzlich habe ich auf dem Mainboard alle Aufkleber entfernt und die Kleberest mit Reinigungsbenzin abgeputzt.

Verblendung des PCIe-Sockels

Besonders freue ich mich über die spezialangefertigte Blende samt DMM-Logo, die ein einsatzkräftiger Leser zusammen mit seinem bastelfreudigen Kumpel für mich im 3D-Drucker angefertigt hat. Zwar sind bisher nur ein paar Prototypen fertiggestellt, aber bereits die ersten Entwürfe macht viel her, wie ich finde. Die Blende verkleidet den PCIe-Steckplatz, der über das Riser-Band von der Mainboard- in die Grafikkarten-Kammer geführt wird. Der passt mit seinem giftgrünen PCB so gar nicht in mein Farbschema und muss daher dringend verdeckt werden.

Die Blende haben mir hilfsbereite Leser im 3D-Drucker gefertigt

Verschraubt wird die Blende direkt durch die ohnehin für den PCIe-Sockel vorgesehenen Gewinde. Ich habe mich auch bewusst für Kreuzschlitz-Köpfe entschieden, da sämtliche Originalschrauben im Case sowie die meisten Schrauben auf der Grafikkarte ebenfalls Kreuzschlitz aufweisen. Natürlich könnte man auch alle Schrauben durch Innensechskant ersetzen, um die Optik noch einmal aufzubessern. Derartigen Feinschliff hebe ich mir aber für die letzten Meter auf.

Die Blende maskiert den hässlich-grünen PCIe-Sockel

Derzeit wird noch an einem finalen sauberen Exemplar gefeilt, das auch in weißem Kunststoff gedruckt werden soll. Das möchte ich später noch grundieren und in kräftigem Blau passend lackieren. Sobald die fertige Blende bereitsteht, werde ich diesen Beitrag entsprechend aktualisieren. An die beiden Macher der Blende trotzdem jetzt schon einmal ein riesengroßes Lob und ein dickes Dankeschön.

Seitenfenster von Duke00

Zunächst hatte ich geplant, auf das offizielle Seitenfenster von DAN-Cases zu warten. Ein Blick auf das bereits bei Kickstarter verfügbare Seitenfenster ist auch nach wie vor geplant. In der Zwischenzeit hat sich allerdings eine unerwartete Übergangslösung aufgetan: Das im Rahmen eines anderen DAN-Cases-Mod entstandene, spezialangefertigte Seitenteil von Duke00. In diversen Hardwareforen hatte Duke00, wie er sich dort nennt, angefragt, ob Interesse an seinem selbst designten Seitenteil besteht, das komplett aus Plexiglas gefertigt wird und die Gehäuseseite(n) vollständig transparent macht. Daraus wurde dann eine Sammelbestellung für diverse Interessenten. Diese Auftaktaktion habe ich zwar verpasst, konnte später im Hardwareluxx-Forum aber noch ein Set ergattern.

Ergebnis einer Community-Aktion: Das selbst designte Seitenfenster von Duke00

Die Seitenfenster hat der Designer aus einer einzelnen getönten Plexiglas-Scheibe schneiden lassen und sich für die Befestigung ein wirklich elegantes System aus kleinen Schrauben mit Kugelkopf überlegt. Diese rasten perfekt in den vorhandenen Push-Pin-Mechanismus des Gehäuses ein. Im verbauten Zustand geben die Seitenteile vollständig Einblick in den Innenraum und wirken fast, als wäre das A4-SFX von vornherein mit ihnen geplant gewesen. Ich habe mich übrigens entschieden, das transparente Seitenteil nur an der Grafikkarten-Seite zu verbauen.

Das Seitenfenster lässt vollständigen Blick auf den Innenraum zu

Das Seitenteil passt tadellos

Allerdings muss ich zugeben, dass das dunkel getönte Plexiglas und die Hexagon-Löcher nicht hundertprozentig meinem persönlichen Geschmack entsprechen. Ich habe daher bei Nordic Panel (dem Fertiger des Seitenpanels) angefragt, ob man dort ein weiteres Einzelstück aus klarem Plexi mit runden Belüftungslöchern sowie einem kleinen gravierten DMM-Logo anfertigen könnte. Die AutoCAD-Vorlagen des Seitenteils hat Duke00 dankenswerterweise bereits anderorts öffentlich bereitgestellt, so dass jeder das vorhandene Design mit den entsprechenden AutoCAD-Fähigkeiten anpassen kann. Über den Fortschritt meines Selbstbaus werde ich ebenfalls zu gegebener Zeit hier ein Update veröffentlichen.

Einsatz im Alltag

Natürlich habe ich den kleinen Rechenknecht nicht nur optisch aufgepeppt, sondern auch tatsächlich benutzt. Das System steht noch immer auf meinem Schreibtisch und wird angeschmissen, wenn anspruchsvolle Rechenarbeiten anstehen oder ich eine Partie Titanfall 2 oder Doom in 4K genießen will. Aber auch als normaler Desktop-Rechner habe ich auf ihn zurückgegriffen, wenn das Macbook mal nicht verfügbar war oder ich mich nach dem Windows 10 Creators Update mit den neuen Funktionen vertraut machen wollte.

Mittlerweile habe ich Titanfall 2 schon das zweite mal begeistert durchgespielt und so manches Handbrake-Projekt erfolgreich konvertiert. Bevor ich zu den Leistungsdaten komme, möchte ich daher kurz ein paar Worte zu Windows 10 sagen. Als langjähriger Macbook-Nutzer habe ich zuletzt Anfang 2016 beschrieben, warum ich nach wie vor zögere, wieder voll auf einen Windows Rechner umzusteigen. Vieles von dem, was ich dort gesagt habe, trifft leider auch noch heute zu. Vor allem die manuelle Treiberpflege der Grafikkarte stört. Will man sich das manuelle Suchen nach neuen Treiberversionen erleichtern, kann man das zwar mit der Geforce Experience Software durch automatische Hinweise vereinfachen, muss dafür aber vorher ein Nutzerkonto erstellen sowie die umfassende Datenschutzerklärung absegnen. Windows 10 könnte da von Bord aus gern elegantere Wege anbieten. Die automatische Installation der Treiber durch Windows selbst, habe ich wegen schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit jedenfalls deaktiviert.

Um die grünen LEDs auf der Grafikkarte zu deaktivieren, benötigt es (eines von vielen) Extratools

Etwas verstörend ist auch, das der offiziellen Nvidia-Treiber oder die Experience-Zusatzsoftware dann nicht einmal selbst die Option mitbringen, die grün leuchtende GeForce-LED auf der Grafikkarte zu deaktivieren. Dafür braucht es stattdessen ein weiteres Tool, den LED-Visualizer (immerhin gibt es aber überhaupt eines). Die vielen Tools, die man zum Steuern, Monitoring und Auslesen des Systems benötigt, krallen sich auch nach wie vor mit beeindruckender Hartnäckigkeit im Autostart fest. Schließlich gibt es leider auch noch immer Probleme mit der Skalierung von Desktop-Inhalten unter hohen Auflösungen. Origin etwa, das ich u.a. für Titanfall 2 benötige, zeigt die Menüleiste bei eingestellter 4K-Auflösung mit 200 % Skalierung an meinem Dell P2715Q nur in winzig kleiner Ameisenschrift an.

Immer noch vorhanden: Skalierungsprobleme bei hohen Auflösungen (hier in der Menüleiste)

Trotz dieser Unbequemlichkeiten muss ich aber gestehen: Ich bin sehr positiv von Windows 10 überrascht. Vor allem gefällt mir, wie sauber Windows die gesamte Desktop-Oberfläche in 60 Bildern pro Sekunde animiert. Das mag wie eine Kleinigkeit wirken, aber mein 2015er Macbook zeigt (sogar ohne externen Monitore) gerne mal einen ruckeligen Fensteraufbau, wenn ich etwa den Programme-Ordner öffne. Mein Windows 10 System hingegen läuft stets butterweich. Das würde ich auch nicht auf die (im Verhältnis zum Macbook) exorbitant höhere Rechenleistung schieben, denn selbst auf meinem Intel NUC von 2015 zeigt sich Windows 10 ähnlich flink.

Das modernere Design von Windows 10 lässt macOS zunehmend altbacken wirken

Auch der Windows Store, die vorinstallierten Mail- und Kalenderanwendungen sowie der sehr moderne Look gefallen mir immer besser. Besonders der Store hat seit dem Start von Windows 10 im Sommer 2015 endlich in Sachen Präsentation und Geschwindigkeit die nötige Schippe draufgelegt. Im Verhältnis zu macOS hat Windows 10 meiner Ansicht nach in vielerlei Hinsicht auch die elegantere oder vor allem modernere Bedienoberfläche. Wäre da nicht das immer noch störende Nebeneinander von modernen und klassischen Elementen sowie die unerreichte Pflegeleichtigkeit der Macbooks, würde ich Microsoft hier in noch höheren Tönen loben. Insgesamt sind die Erfahrungen mit meinem neuen System aber eindeutig ermutigend, was eine mögliche vollständige Rückkehr zu Windows (10) angeht. Nur einen Wermutstropfen musste ich schlucken: Mit verbauter dedizierter GPU sind die QuickSync-Fähigkeiten der Intel-Grafikeinheit nicht nutzbar. Das ist bedauerlich, denn eigentlich war gerade das einer der Gründe dafür, zu einer Intel-CPU und Windows 10 zu greifen.

AsRock ermöglicht das Anpassen der Lüfterkurve direkt im UEFI

Zurück zum eigentlichen System: Gegenüber dem ersten Artikel hat sich mit dem Einbau der GTX 1080 Ti natürlich viel geändert. Auch unabhängig davon habe ich noch weiter am Feintuning der Lüfter und Temperaturen gearbeitet. Das AsRock Mainboard bietet glücklicherweise auf UEFI-Ebene die Möglichkeit, ein in vier Etappen anpassbares Lüfterprofil einzurichten. Ich habe mich für eine recht aggressive Kurve entschieden, die im Leerlauf für sehr geringe Lautstärke sorgt, unter Last aber schnell hochdreht und so für die nötige Kühlung sorgt. Gerade die SSD, die nur mittelbar über den Luftstrom des CPU-Kühlers gekühlt wird, profitiert von einer hohen Lüfterdrehzahl. Alle nun folgenden Messwerte und Vergleiche zu den Einstellungen aus dem ersten Artikel zum A4-SFX dienen mangels passendem Messwerkzeug und schwankenden Raumtemperaturen natürlich rein zur groben Orientierung.

Das Resultat meines angepassten Lüfterprofils ist hinsichtlich der CPU eine unveränderte Temperatur von 30° C bis 35° C im Leerlauf sowie eine Drehzahl des Noctua-Lüfter von ca. 1000 Umdrehungen. Die SSD bleibt dabei mit unter 50 °C in einem Bereich, der unkritisch ist. Sobald das System gefordert wird, dreht der Lüfter aber schneller hoch. Das hilft besonders der SSD, zeigt aber trotz allen Feintuning-Bemühungen das Limit dessen, was der Noctua-Kühler zu leisten im Stande ist. Schon nach 15 Minuten Last auf allen vier Kernen in Handbrake klettern die Werte der CPU deutlich über die 70° C Grenze. Auch die SSD erreicht über 50° C, was zwar nur knapp hinnehmbar ist, aber immerhin noch die Drosselung der Schreibleistung verhindert. Mit einem Verbrauch von 80W im Handbrake-Einsatz glänzt zudem die sparsame Architektur von Intels Kaby Lake Plattform.

Die GTX 1080 Ti lässt leider wenig Raum für Feintuning. Zunächst die gute Nachricht: Gegenüber dem original Metall-Seitenteil des DAN-Cases ergeben sich mit dem Plexiglas-Seitenteil keine Abweichungen bei Temperaturen und Lärmkulisse. Leider lässt sich durch Anpassung der Lüfterkurve bei der 1080 Ti Founders Edition nur wenig herausholen. Im Leerlauf entspannt sich die GPU zwar bei niedrigen 30° C, ist mit um die 1100 Umdrehungen aber eindeutig wahrnehmbar. Auf eine niedrigere Drehzahl habe den verbauten Radiallüfter auch mit der EVGA Precision Software nicht einstellen können. Unter Last lärmt die Karte dann ohnehin mächtig, um überhaupt unter 90° C zu bleiben, so dass auch hier wenig Spielraum besteht. Auswirkungen hat die 1080 Ti vorrangig auf den Stromverbrauch. Fordert man das System mit aktuellen grafikintensiven Spielen, zeigt das Energiekostenmessgerät um die 275W (also gut 75W mehr als mit der 1080). Im Leerlauf ist der Stromverbrauch gegenüber dem System mit der 1080 allerdings nur unwesentlich auf etwas über 30W gestiegen. All das zeigt erneut, dass mein Corsair SFX-450 Watt Netzteil noch immer ausreichend dimensioniert ist.

Rückblick und Ausblick

Nach zwei Monaten hat das System nun fast alle Modifikationen hinter sich, die ich ursprünglich geplant hatte. Der Innenraum ist dank Cablemod Sleeve und kleinen Schönheitsoperationen aufgeräumt und ordentlich. Der hässliche gründe PCIe-Sockel ist mit einer individuellen Blende verkleidet und alles ist dank des volltransparenten Seitenteils hübsch präsentiert. Rückblickend freut mich vor allem, wie gut das System auch in Foren und in der Community aufgenommen wurde. Besonders stolz bin ich natürlich auch darauf, dass Daniel von DAN-Cases den ersten Teil des Testberichts auf der offiziellen DAN-Cases Webseite sowie im aktuellen Kickstarter-Profil zusammen mit Szene-Größen wie LinusTechTips, Golem und ComputerBase verlinkt hat.

Die Rückkehr in die Bastelszene, das Planen und Feilen an optischen Details sowie – schlicht und einfach – die Freude an der Rechenpower, die der schicke Winzling an den Tag legt, haben wirklich Spaß gemacht und tun das auch noch immer. Abgesehen von den angesprochenen Anpassungen, die noch bzgl. Seitenfenster und Blende ausstehen, gibt es derzeit nur noch zwei weitere Modifikationen, die ich gern noch angehen würde: Das PCIe-Riserband, das die beiden Kammern verbindet, möchte ich noch irgendwie abdecken. Hier werde ich entweder eine flexible Lösung (Filz, Plastik, Pappe?) ausprobieren oder mich an einen eigenen Farbanstrich wagen. Und natürlich bleibt dann noch das leidige Thema des beigen Noctua-Lüfters. Der passt nach wie vor gar nicht ins Bild und auf Nachfrage bestätigte mir Noctua auch, dass da nichts zu machen ist.

Es ergeben sich nun also im Grunde nur wenige Handlungsmöglichkeiten. Ein anderer Lüfter kommt kaum in Betracht, da es schlicht keine gleichwertigen 92mm-Lüfter gibt. Die einzige echte Option ist der kommende CPU-Kühler, den Daniel von DAN-Cases gerade selbst designt. Welche Leistungswerte der erzielen wird und wann der verfügbar sein wird, steht derzeit aber noch in den Sternen. Am wahrscheinlichsten ist deshalb aktuell, dass ich mich tatsächlich in einem dritten Teil dieser Artikelserie an eine Wasserkühlung heranwagen werde.

Eine Wasserkühlung würde nicht nur das Problem des farblich querschießenden Noctua-Kühlers lösen, sondern auch das derzeit am Rande der Luftkühlungs-Kapazitäten arbeitende System insgesamt entlasten. Vor allem wäre ein solcher dritter Teil natürlich eine willkommene Rechtfertigung, um mein altes Wasserkühlung-Hobby noch einmal aufleben zu lassen. Zudem locken natürlich auch ständig neue Chips von Intel und AMD. Die neu vorgestellten Vielkern-Chips der Skylake-X und Threadripper-Serie klingen ohne Zweifel interessant. Deren nochmal höherer Kühlbedarf ließe sich realistisch aber wirklich nur noch mit einer (externen) Wasserkühlung bändigen.

Der kleine Kraftzwerg schmückt derzeit meinen Schreibtisch

Ideen für eine Umsetzung hätte ich auch schon: Die gesamte Wasserkühlung würde ich extern unter die Schreibtischplatte schrauben und nur die Kühlblöcke im System verschlauchen. Den Wasserkreislauf könnte man dann über Schnelltrennkupplungen außen aus dem Gehäuse führen und mit Schotts durch die Tischplatte leiten. Wie ihr seht, laufen die Gedankenspiele schon auf Hochtouren. Ob, wie und wann ich diesen nächsten Schritt gehe, steht aber noch nicht fest. Erst einmal freue ich mich nämlich über den schicken Kraftzwerg auf meinem Schreibtisch und auf eure – hoffentlich zahlreichen – Kommentare zum aktuellen Stand des Projekts.

See you in the comments!

2 Kommentare
  1. DMM

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