Ein Jahr Bloggen: Ein Blick hinter die Kulissen

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Am 12.01.2014 habe ich meinen ersten Artikel auf dieser Website veröffentlicht: Einen (viel zu) langen Vergleichstest zwischen dem iPhone 5 und dem Lumia 520. Damit jährt sich nun bald tatsächlich zum ersten Mal der Tag, an dem ich mich herausgewagt habe in die große weite Blogging-Welt. Alle, die sich für die Hintergründe dieses Blogs interessieren oder sogar mit dem Gedanken spielen, selbst einen zu starten, möchte ich zum Jubiläum hinter die Kulissen mitnehmen.

Aller Anfang ist schwer

Die größte Hürde war für mich tatsächlich das Aufsetzen des WordPress-Systems. Vom Suchen eines kompatiblen Webhosters über die Einrichtung des FTP-Zugangs und das Aufspielen der WordPress-Installation bis zum ersten „Veröffentlichen“-Klick dauerte es bei mir geschlagene 4 Wochen. Dazu rechne ich aber auch die Zeit, die ich mit dem Designen des WordPress-Themas verbracht habe und natürlich habe ich über die Weihnachtstage 2013 auch nicht jede wache Minute mit der Einrichtung verbracht.

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Einfach, aber nicht ohne Tücken: WordPress aufsetzen

Aber lasst euch nicht abschrecken. Es gibt dutzende Möglichkeiten, einen Blog aufzusetzen. WordPress ist davon nur eine. Für mich war allerdings wichtig, von Anfang an volle Kontrolle über meine Inhalte, den Speicherort und die Datenverarbeitungsprozesse zu haben. Systeme wie Google Blogger oder fremdgehostete WordPress-Setups schienen mir viel zu vorgefertigt. Außerdem habe ich so die volle Kontrolle darüber, welche Daten über meine Besucher (nicht) gesammelt werden.

Wie läuft der Blog nach einem Jahr?

Im Laufe dieses ersten Jahres habe ich 103 Artikel veröffentlicht. Das sind ca. 2,03 Artikel pro Woche. Durchschnittlich würde ich sagen, dass ich mindestens 4, oft aber eher an die 10 Stunden pro Woche mit dem Schreiben von Artikeln verbracht habe. Gerade lange Reviews erfordern viel Sorgfalt und vor allem Geduld beim Schießen der Artikelfotos.

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, wieviel Zeit man in den eigenen Blog investieren will. Ich selbst habe einen normalen Vollzeitjob, was meine zeitlichen Kapazitäten natürlich beeinflusst. Mein Ziel war allerdings auch niemals, zu jedem kleinen Neuigkeitchen aus der Technikwelt meine Meinung zu veröffentlichen. Diesen Druck, etwas schreiben zu „müssen“, finde ich absolut unangenehm. Mir ging es vielmehr darum, meine eigene Sicht der mobilen Welt mit anderen zu teilen. Ich habe in der Rubrik „Über diesen Blog“ ja schon gesagt, dass ich diesen Blog eher als Ventil für meine technische Ader sehe. Trotzdem: Events wie die jährlichen Entwicklerkonferenzen von Apple, Microsoft und Google oder unerwartete Skandale wie das iCloud Foto Leak konnte ich natürlich nicht unkommentiert lassen. Es ist also auch für mich ein Balanceakt, nicht in ein Gefühl des „Schreibdrucks“ zu verfallen.

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Besucherstatistik vom 15.12.2014 bis zum 08.01.2015

Trotz meines verhältnismäßig bescheidenen Anspruchs und des limitierten Zeitaufwands bin ich aber sehr zufrieden mit dem Interesse, das DeathMetalMods.de mittlerweile weckt. Durchschnittlich kommen täglich zwischen 400 und 600 Besucher auf die Seite. Zwar messe ich die Zugriffe nicht über Google Analytics oder Piwik, sondern über das sehr datenschutzsensitive Tool „Statify“, aber im Vergleich zum Frühjahr, als ich mich anlässlich meiner Sony Xperia Z1 Compact Review darüber gefreut habe, erstmalig die 200-Besucher-pro-Tag-Marke geknackt zu haben, finde ich das wirklich toll. Wer weiß, vielleicht knacke ich dieses Jahr ja die 1000-Besucher-pro-Tag-Marke?

Der Kontakt mit Herstellern

Eine ganz spannende Geschichte war für mich auch der Kontakt mit Herstellern. Wie schnell kriegt man eigentlich „was zugeschickt“? Wie einfach ist es, als echter „Vertreter der Presse“ anerkannt zu werden?

Mein Eindruck ist, dass man mit gutem Stil, sauberer Präsentation und seriösem Auftreten ziemlich schnell einen Fuß in die Tür bekommt. Trotzdem war es für mich ein wirkliches Highlight, als im Mai, also nur 5 Monate nach dem Start meines Blogs, das erste Testgerät bei mir eintraf: Das Samsung Galaxy S5. Aber auch vorher gab es bereits Kleinigkeiten, wie einige Folien für meinen Artikel über Displayschutz. So viel muss aber natürlich klar sein: Alle Testsamples, die man als Blogger erhält, tauchen nicht morgens überraschend auf der eigenen Türschwelle auf. Stattdessen gilt es, Klinken zu putzen und Geduld haben. Auch dabei hilft ein seriöser und freundlicher Ton, aber man muss sich darauf einstellen, dass kleine Blogs eben erst viel später als die großen Portale bedient werden. Nach mehr oder weniger vielen Kontaktversuchen habe ich so aber tatsächlich Samples und Geräte von Mumbi, Samsung, Adore June, LG, Oneplus, Sony, Microsoft und Motorola erhalten. Für die wirklich sehr herzliche Zusammenarbeit mit den jeweiligen Verantwortlichen kann ich hier nur ein ganz großes Lob und ein herzliches Dankeschön loswerden.

Was nervt an so einem Blog?

Zwar macht der Blog wirklich viel Spaß. Trotzdem sind mir im Laufe des ersten Jahres ein paar Dinge aufgefallen, die einem den Spaß am Bloggen ordentlich vermiesen können. Ganz oben auf der Liste steht dabei das Geärgere mit Spam-Kommentaren und Spam-Mails. Gerade die Interaktion mit Lesern macht mir große Freude und deshalb ist jeder Kommentar oder jede E-Mail ein kleines Highlight. Um so frustrierender ist es dann, wenn statt eines Kommentars oder einer Rückmeldung irgendein sinnloser Spam im Posteingang wartet.

Spam

Spam nervt gewaltig!

Zeitweise erreichte das Spam-Aufkommen bei mir fast ein Verhältnis von 10 zu 1 im Vergleich zu echten Kommentaren. Und trotz Blacklistings usw. kamen immer wieder neue Varianten von Blödsinn auf meine Website. Dazu gehören für mich auch Anfragen nach Link-Tausch, die ich zwar konsequent ignoriere, welche mir aber trotzdem arg auf die Nerven gehen. Egal, wie gut die digitalen Defensivmechanismen sind, kein Blogger kommt umhin, sich mit diesen Auswüchsen zu befassen. Abseits solcher Spam-Wellen moderiere ich zudem ja auch die Kommentare selbst, weil ich – ihr erkennt ein Muster – die Kontrolle darüber behalten möchte, was hier auf meiner Website veröffentlicht wird. Die etwas ernüchternde Erkenntis: So ganz ohne Management und Wartungsarbeiten läuft so ein Blog eben auch nicht.

Und wie sieht es mit dem lieben Geld aus?

Nicht uninteressant dürfte dann für einige die Frage nach dem Geld sein. Die Antwort ist in meinem Fall aber keine große Offenbarung. Ich verzichte nach wie vor gänzlich auf Werbung, da ich keine Lust habe, die Privatssphäre meiner Besucher zu verkaufen. Werbenetzwerke, die ohne Google AdSense oder ähnliche Tracking-Dienste auskommen, sind entweder schwer zu finden oder tatsächlich kaum datenschutzfreundlicher. Das bedeutet, dass ich effektiv im ganzen Jahr ca. 100 € „Verlust“ gemacht habe. Diese Summe setzt sich aus den monatlichen Kosten für den Webhoster und die Kosten für den Versand der Testgeräte zusammen. Die Testgeräte sind zwar kostenlos, aber jedenfalls den Rückversand zahlt man als Tester meist selbst.

Nicht mit eingerechnet sind da natürlich all die Geräte, die ich mir selbst kaufe, weil entweder Hersteller mir kein Sample senden wollen oder ich schlicht mehr als die üblichen 2 bis 3 Wochen mit dem Gerät verbringen möchte. Dazu kommt Equipment für gute Produktfotos, Hardware für BackUps und die generelle Ausstattung, die man eben benötigt. Wie jedes Hobby kostet so ein Blog schlicht Geld, das ist klar.

Für das zweite Jahr werde ich neu darüber nachdenken, ob und welche Möglichkeiten es gibt, zumindest die laufenden Kosten wieder reinzubekommen. Das Experiment „Blogging“ würde ich wirklich gern erweitern und vielleicht sogar Erfahrungen mit der Business-Seite machen. Weder Dinge wie VG Wort Cookies, Patreon-Deals oder Amazon-Kauflinks machen auf mich aber einen besonders verlockenden Eindruck. Ich frage mich schlicht: Würde ich gern eine Seite besuchen, auf der ich ständig um Spenden angebettelt werde oder habe ich je so einen Amazon-Kauflink genutzt? Nein!

Vorrangiges Ziel bleibt deshalb auch 2015, Spaß am Schreiben und an der Technik zu haben. Ich wage allerdings die Prognose, dass ich mich eher auf Editorials anstatt auf Reviews konzentrieren werde. Zwar machen die kurzen Wochen mit den neuen Spielzeugen immer Spaß, aber ich frage mich durchaus, ob die Welt wirklich noch das hundertste Review zu Gerät XY braucht. Es gibt einfach so viele andere spannende Themen, dass ich mir meine Zeit dieses Jahr wohl etwas bewusster einteilen werde, um nicht zu sehr in eine „Review-Mühle“ zu geraten. Es soll eben immer Spaß machen und nicht zur Arbeit ausarten, nicht wahr?

Ich bedanke mich deshalb zum Schluß bei euch, die ihr diesen Blog mit euren Kommentaren und den Unterhaltungen auf Twitter mit Leben füllt. Ich hoffe, ich sehe euch auch 2015 wieder „in the comments“ 😉

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