Vom Nexus 7 zum iPad Mini Retina: Warum ich bei Tablets doch zu iOS greife

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Es gibt Themen, bei denen Streit vorprogrammiert ist und ich fürchte, dass dieser Artikel auch so manches Fanboy-Herz erzürnen wird. Trotzdem oder gerade deswegen komme ich nicht umhin, diesen Beitrag zu schreiben. Über ein halbes Jahr war das Nexus 7 in der 2013er Ausführung mein treuer kleiner Begleiter. Vor etwa einem Monat habe ich es aber verkauft und bin stattdessen zum iPad Mini mit Retina Display gewechselt. Warum ich das getan habe und warum ich nach dieser Erfahrung bei Tablets im Zweifel iOS empfehle, lest ihr hier!

Soviel vorweg: Das Nexus 7 war nicht defekt oder unzuverlässig. Es funktionierte wunderbar. Meine Anwendungsgebiete sind bei Tablets vor allem Nachrichten-/Artikellesen, Forenbesuche und viel Filmeschauen, wenn ich unterwegs bin. Alle das hat das Nexus 7 auch problemlos gemeistert. In meiner Review zum Nexus 7 gab sich der kleine 7 Zöller dementsprechend auch wenig Blöße und ich habe attestiert:

„Konkurrierende Geräte gibt es gerade im 7 -8 Zoll Bereich mittlerweile sehr viele, aber weder das iPad mini mit Retina-Display noch Samsungs Armee von verwirrend ähnlich bezeichneten Geräten bieten wirklich deutlichen Mehrwert.“

Was also hat sich seitdem getan? Im Grunde nicht viel, aber trotzdem sind nach meiner Review einige Dinge aufgefallen, die später zum Wechsel geführt haben.

Display: Größe und Format

Der erste Faktor, der im Laufe der Zeit doch etwas störend wurde, ist der 16 : 10 Formfaktor und das „nur“ 7 Zoll große Display am Nexus 7. Zwar ist das Display des Nexus 7 (2013) von der Farbdarstellung dem Display des iPad Mini Retina klar überlegen, wie Displaymate vor einer Weile herausfand, aber das allein ist eben nicht entscheidend.

Im Alltag ist das Display vom iPad Mini Retina nämlich völlig ausreichend und auch im direkten Vergleich ist es zwar blasser, aber letztlich kein Ausschlusskriterium für mich. Viel wichtiger wurde mir im Laufe der Zeit dafür das Format des Displays. Wie oben angedeutet, schaue ich zwar oft Filme auf dem Tablet, aber den Großteil der Zeit surfe ich auf Internetseiten oder lese in Foren. Das bedeutet, dass das Nexus 7 entweder im Querformat links und rechts viel Platz verschwendet oder im Hochformat in der Breite keinen Platz hat. Man stelle sich nur einmal vor, am heimischen 16 : 9 Monitor stets das Browserfenster im Vollbild zu öffnen. Für derartige Inhalte fand ich den Displayfaktor des Nexus 7 (2013) doch etwas ungeeignet.

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Beim Lesen von Artikeln im Hoch- wie im Querformat nicht ideal für mich: Das Nexus 7

Klar, dafür hat das Nexus 7 bei HD-Filmen im Vollbild den Vorteil, dass keine schwarzen Ränder angezeigt werden. Das gilt aber natürlich nur für 16 : 9 Filme und rächt sich dann bei 4 : 3 Material (Serien!). Zudem ist das iPad Mini Retina mit knapp 8 Zoll eben auch ne Ecke größer und macht den Nachteil der schwarzen Ränder daher wieder etwas wett.

Alles in allem war mir das Nexus 7 also vor allem 1. zu klein und 2. störend in die Länge gezogen. Das iPad Mini hat mit dem 8 Zoll, 4 : 3 Screen für meine Zwecke dann doch das bessere Display.

Apps, Apps, Apps

Den nächsten Punkt habe ich bereits in meiner Review zum Nexus 7 und auch zum Sony Xperia Tablet Z angesprochen: Wer die größte Auswahl an für Tablets optimierte Apps sucht, der sucht meiner Meinung nach bei Android noch immer vergebens. Im Vergleich sind die Apps bei iOS nach wie vor deutlich häufiger auch für größere Displays optimiert.

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Bei Tablet-optimierten Apps ist iOS für mich immernoch klar vorn

Wer Apps möchte, die das größere Display sinnvoll ausnutzen, der möchte keine aufgeblasenen Telefon-Apps, die vor allem viel weiße Fläche zeigen. Leider ist aber genau das bei Android oft der Fall. Statt das Mehr an Platz auch durch ein Mehr an Funktionen auszunutzen, wirken die Tablet-Apps leider sehr oft recht lieblos aufgeblasen. Zusammen mit dem sowieso vorhandenen Problem bei Android, dass viele Apps sich nicht an die geltenden Designvorgaben halten, ist das Nutzererlebnis deshalb oft recht unsauber und sperrig.

Es geht aber nicht nur um die Optimierung der Apps im Allgemeinen, sondern auch das schlichte Vorhandensein. Das dieses Jahr mit dem deutschen Spielepreis ausgezeichnete „The Inner Worlds“ gibt es beispielsweise nur für iOS.

Medienverwaltung

Der letzte Punkt ist eher speziell, aber für mich spielt es eine sehr große Rolle, meine Filmdatenbank komfortabel und optisch ansprechend verwalten zu können. Das bedeutet, dass ich Aufnahmen aus dem Fernsehen mit Titel sowie einem Cover versehe und nach Möglichkeit sogar die entsprechenden filmographischen Details nachtragen oder automatisch hinzufügen lasse. Das alles ist bei Android leider vergebene Liebesmüh, denn der Großteil der Videoplayer-Apps interessiert sich für diese Details nicht, sondern zeigt in spartanischer Gleichgültigkeit nur ein Reihe von Ordnern und Dateien an: Filmgenuss fängt bei mir aber bereits bei einer sauberen Datenbank an.

Da Android nicht ohne Grund als flexibelstes Betriebssystem gilt, hatte ich gehofft, zumindest um nerviges Umformatieren herumzukommen. Auch hier leider Fehlanzeige, denn das Rohformat, das meine TV-Karte am PC ausgibt, wurde vom Nexus 7 nicht fehlerfrei verarbeitet. Das Resultat war, dass ich dann doch wieder selbst Hand anlegen musste.

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Die Verwaltung eigener Medien läuft unter iOS optisch deutlich ansprechender

Gerade letztes hatte mich eigentlich erst zum Android Tablet gebracht. Unter iOS kann ich dank iTunes zwar wunderbar meine Filme verwalten und inklusive Filmdetails, Cover usw. auf mein iPad synchronisieren, muss aber dafür den engen Käfig der Vorgaben bezüglich Ton- und Bildformaten von Apple akzeptieren. Da nun aber auch für das Android-Tablet ein Umformatieren nötig wurde, war der Schritt zu iTunes und dem iPad nicht weit. Wenn ich mir die Arbeit nämlich schon mache, dann will ich auch Coverartwork, Filmdetails usw. nutzen.

Mein Entschluss: Ich wechsle

Nach alledem war die Entscheidung dann vor ein paar Wochen gefallen. Das Nexus 7 wurde zu Geld gemacht, solange es noch ein paar Euros wert ist, und während einer Rabatt-Aktion direkt durch ein iPad Mini ersetzt. Abseits der eben beschriebenen Gründe könnte man sicherlich noch über die Unterschiede in Verarbeitung und Rechenpower reden, aber ganz ehrlich: Das Nexus 7 hat mich hinsichtlich Haptik und Verarbeitung nie gestört. Dank neuester Android Software und doppeltem Arbeitsspeicher war das Nexus 7 auch nie langsam oder ruckelig. Ich würde also lügen, wenn ich behaupten würde, dass das Alugehäuse oder der schnellere 64-Bit Prozessor bei dem Wechsel ein große Rolle gespielt hätten. Auch hinsichtlich Akkulaufzeit sehe ich beide Geräte gleich auf.

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Optisch zwar auch ein Hingucker, aber für mich kein entscheidender Grund beim Wechsel

Stattdessen sehe ich bei Android Tablets eben nach wie vor gr0ßen Aufholbedarf, was Appvielfalt und -qualität angeht. Sehr begrüßen würde ich auch, wenn zum Beispiel die Google Play Movies App von Android besser zum Verwalten eigener Filme genutzt werden könnte. Bis dahin bieten iOS und das iPad für mich das bessere Tabletsystem. Vermissen tue ich einzig die Stereo-Frontlautsprecher vom Nexus 7. Die darf Apple gern in der nächsten iPad-Generation kopieren.

Habt ihr eine Meinung zu Android und iOS Tablets? Gibt es für euch klare Vorteile der einen– oder anderen Plattform? Dann immer raus damit! See you in the comments!

4 Kommentare
  1. DMM
  2. DMM

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