Meenova SD Card Reader Review – es hätte so schön sein können

Meenova

Kickstarter Kampagnen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Das Vorzeigekind „Pebble“ ist dabei nur ein Beispiel. Ein anderes gelungenes Beispiel ist der Mini MicroSD Card Reader von Meenova. Meenova trat an mit dem Versprechen, das ewige Ärgernis vieler Android Nutzer zu lösen: nicht erweiterbarer Speicher. Die Idee von Meenova ist einfach. Man baue einfach einen kleinen microSD Leser, der über den microUSB Port den internen Speicher des Smartphones vergrößert. Die Theorie klang gut und – das vorweg – auch die Praxis kommt dem sehr nahe. Es gibt dabei nur ein Problem … und das liegt nicht an Meenova.

Ich habe den Mini SD Reader seit ein ein paar Wochen im Einsatz und ihn mit dem Nexus 5, Moto G, Nexus 4 und Nexus 7 getestet.

1. Die Hardware

Das Gerät selbst kommt in einer kleinen netten Verpackung samt einigem Zubehör.

Meenova MicroSD Reader: Der Lieferumfang mit microSD als Größenvergleich

Meenova MicroSD Reader: Der Lieferumfang mit microSD als Größenvergleich

So ist nicht nur der Cardreader selbst dabei, sondern auch a) ein USB-microUSB Adapter, um das kleine Ding komfortabel an den heimischen Rechner anzuschließen und b) ein kleiner Schlüsselbundanhänger, falls man den Meenova stets mitnehmen möchte. Eingebettet ist das Ganze in weissen gummiartigen Kunststoff. Alles in allem wirkt das Gerät sowie die Aufmachung hochwertig und professionell.

Um die SD Karte in den Meenova Reader einzusetzen, wird sie schlicht seitlich eingelegt. Das ganze Gerät muss dann nur noch in den microUSB Port des Android Handys gesteckt werden und fertig. Der microUSB Stecker des Lesegeräts ist hinter einer kleinen Kappe versteckt. Diese Kappe ist leider nicht weiter fixiert. Ich würde mich nicht wundern, wenn die mal runterfällt und in den ewigen Jagdgründen des Fußboden verschwindet („die muss hier doch irgendwo liegen… aargh“).

Sobald der Card Reader im Smartphone oder Tablet steckt, leuchtet ein kleiner blauer Ring um den Stecker. So erkennt man leicht, wann das Gerät tatsächlich aktiv ist und nebenbei sorgt dieser kleine Ring auch für einen kleinen Abstand, so dass dünne Hüllen dem Anschluss nicht im Weg sind.

Der Meenova Card Reader kann mit micro SD Karten bis zu 64 GB umgehen. Ich hatte allerdings nur eine 32 GB Karte zum Testen da.

2. Funktioniert es denn auch?

Steckt man den Card Reader samt microSD Karte an sein Android Gerät, muss man nichts weiter tun. Es poppt eine kleine Statusmitteilung auf, die mitteilt, dass ein Speichermedium angeschlossen wurde und man kann mit den üblichen Datei Browsern oder Galerie-Apps auf den Inhalt zugreifen. So lassen sich z.B. auf der microSD gespeicherte Videos, Musik und Bilder anhören und ansehen. Das ganze funktioniert über den sogenannten USB Host Modus oder anders: USB OTG (USB On The Go). Dieser Modus dreht die typische Hierarchie zwischen Android Geräten und angeschlossener Hardware um. Normalerweise funktioniert es ja so: stöpselt man sein Android Handy an den heimischen Rechner, so erscheint der Speicher des Smartphones als Laufwerk im PC und nicht etwa der Inhalt des PC als Laufwerk im Android Smartphone.

Genau das tut aber USB OTG. Das Android Smartphone wird zum Hauptgerät und angesteckte Hardware wird in das Smartphone integriert. Das funktioniert mit Mäusen, Tastaturen und sonstigem Zubehör und eben auch mit Kartenlesern wie dem Meenova Card Reader. Deshalb ist das Meenova Teil auch keine Besonderheit bezüglich seiner Funktion. Das Besondere ist seine winzige Größe.

Klingt alles phantastisch? Ja, tut es, wenn da nicht das Problem mit Android und USB OTG wäre. Völlig unverständlicherweise schränkt Google dieses Feature nämlich zusehends ein. Das HTC One funktioniert mit angeschlossenem Speicher bisher tadellos. Genauso problemlos lief das Moto G mit Android 4.3. Das Nexus 5 und 7 brauchen bereits Rootrechte, um spezielle Apps laufen zu lassen, die Lese- und Schreibzugriffe auf OTG Medien erlauben, während das Nexus 4 sogar mit Root nur schwer dazu zu bringen ist. Nicht nur, dass es Unterschiede zwischen den Geräte gibt. Es gibt sogar innerhalb der gleichen Geräte Unterschiede bei der Software. Das Moto G, das wie gesagt mit Android 4.3 problemlos auf angeschlossenen Speicher zugreift, verweigert das seit dem Update auf Android 4.4 auf einmal. Das erwartete Android 4.4 Update für das HTC One lässt Ähnliches befürchten.

Diese völlig willkürliche Unterscheidung zwischen Geräten und Software-Version zeigt aber auch, dass es keine wirklichen technischen Gründe für und gegen USB OTG geht. Es scheint schlicht so zu sein, dass Google selbst das Feature künstlich beschneidet. Mag es aus Rücksicht auf die Hersteller sein, die lieber teuer ihre Modelle mit mehr Speicher verkaufen wollen oder andere Gründe haben: Android verliert mit dieser undurchsichtigen Politik nicht nur ein klares Abgrenzungsfeature gerade gegenüber iOS, sondern auch viele Sympathiepunkte.

3. Zwiegespaltenes Fazit

Mein Fazit ist daher sehr zwiegespalten. Das Nexus 7, das von mir primär auf Reisen als Videoplayer genutzt wird, habe ich zähneknirschend gerootet (meine Argumente pro und contra Root spar ich mir für einen anderen Beitrag). Mit den Zähnen geknirscht habe ich deswegen, weil gerade die Nexus Reihe doch eigentlich das Beste von Android und all seinen Freiheiten demonstrieren soll. Zudem sind derlei Eingriffe jedenfalls theoretisch nicht völlig ohne Einfluss auf Garantie und Gewährleistung. Hat man aber erst einmal Root Zugriff, kann man sich kleine Helfer wie die StickMount App von Chainfire installieren, die automatisch bei jeder Nutzung den Stick „mountet“ und ihn für Lesen und Schreiben zugänglich macht.

Ohne Root geht leider oft nix

Ohne Root geht leider oft nix

Meiner Meinung nach verträgt sich das alles überhaupt nicht mit Googles Philosophie vom freien Android. Hat man die Root-Kröte aber erst einmal widerwillig geschluckt, zeigt sich schnell, wie großartig USB OTG sein kann. Ich lade meine Speicherkarte vor Reisen einfach voll mit allem, was ich sehen will und stecke den Meenova Card Reader an, wann immer mir nach Unterhaltung ist. Die Lese- und Schreibraten sind natürlich abhängig von der Güte der SD-Karte, aber ich hatte zu keiner Zeit Probleme mit der Wiedergabe von selbst sehr hochauflösendem Material. Ein fader Beigeschmack bleibt aber doch, wenn bei jeder Nutzung die Stickmount App daran erinnert, dass dieser Komfort nur mit Root erkauft wurde. Daher mein Fazit: Es hätte so schön sein können.

Wie ist eure Meinung? Wäre so ein kleiner Helfer für euch ein Grund, doch zu Geräten ohne erweiterbaren Speicher zu greifen oder geht für euch nix über SD-Slots im Gerät? See you in the comments!

Hinweis: Was ich generell von SD-Speicherweiterung halte, lest ihr hier: Erweiterbarer Speicher: Heilsbringer oder falscher Prophet?

2 Kommentare
  1. Avatar
  2. DMM

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