Microsoft Lumia 640 im Test: Kommt das Beste zum Schluss?

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„Endlich ein echter Konkurrent zum Motorola Moto G“. So möchte man das Lumia 640 wohl sofort beschreiben. Nach unzähligen Günstig-Geräten traut sich Microsoft mit dem Lumia 640 endlich an einen echten Preis/-Leistungskracher heran. Preis, Ausstattung und viele Extras machen das Lumia 640 tatsächlich zu einem der besten Deals im aktuellen Smartphone-Markt. Jedenfalls, wenn man einige wenige Patzer verzeihen kann. Willkommen zu meinem Testbericht!

Überblick

1. Das letzte Lumia mit Windows Phone 8?

2. Die Hardware
2.1 Optik, Verarbeitung und Handhabung des Lumia 640
2.2 Das Display: Mehr als Mittelklasse
2.3 Stärken im Akku, Probleme beim Bluetooth
2.4 Die Kamera
2.5 Zwischenfazit: Das Moto G in Reichweite

3. Die Software
3.1 Das unterschätzte „Update 2“
3.2 Schnell, schneller, Windows Phone?

4. Mehrwert und Beigaben

5. Mein Fazit: Trotz Patzer eine klare Empfehlung

1. Das letzte Lumia mit Windows Phone 8?

Das Lumia 640 ist nicht bloß ein weiteres Lumia-Smartphone, sondern auch das vielleicht letzte hochwertige Windows Phone Gerät, das noch mit Version 8 von Microsofts Betriebssystem veröffentlicht wird. Zwischenzeitlich ist zwar auch ein Lumia 540 erschienen, aber ich erwarte vor dem Start von „Windows Phone 10“ jedenfalls nichts mehr in Richtung Lumia 740, 840 oder gar 940.

Blicken wir kurz zurück: Microsoft startete 2012 seine gesamte mobile Plattform neu und veröffentlichte mit dem Lumia 920 das erste Windows Phone 8 Gerät. Dem folgte 2013 ein gesamtes 20er Line-Up und im April 2014 mit Windows Phone 8.1 die 30er Baureihe. Anfang diesen Jahres gewährte Microsoft dann endlich einen ersten Blick auf das Windows 10 Update, das noch 2015 ausgerollt werden könnte. Ich war mir fast sicher, dass Microsoft vor dem Release von Windows 10 überhaupt keine neuen Smartphones mehr herausbringen würde. Entgegen dieser Erwartung hat Microsoft während des diesjährigen Mobile World Congress nun doch ein neues Hardwarekapitel aufgeschlagen: Den ersten Vertreter der 40er Reihe, das Lumia 640. Es ist aber nicht nur das erste Gerät der neuen 40er Generation, sondern auch das vielleicht einzige Windows Phone, das mit einer speziellen, exklusiven Windows Phone 8 Version veröffentlicht wird. Zu einem Preis von nur ca. 150 € vereinen sich im Lumia 640 nun endlich konkurrenzfähige Hardware, konkurrenzfähiger Preis und richtig gute Software in einem Gerät. Das Beste scheint bei Windows Phone 8 also tatsächlich zum Schluss zu kommen.

Das Lumia 640 im Überblick
Display 5 Zoll, IPS-Display
Auflösung 1280 x 720 Pixel (296 PPI)
Gehäuse 141.3 x 72.2 x 8.8 Millimeter (145 Gramm)
Prozessor Qualcomm Snapdragon 400 (4x 1,2 GHz)
Grafik Adreno 305
Arbeitsspeicher 1 GB
verbauter Speicher 8 GB, erweiterbar mit micro-SD-Karte
Kamera 8 MP Rück- und 1 MP Vorderseitekamera, LED-Blitz
Akku 2500 mAh (wechselbar)
Farben Cyan, Orange, Schwarz, Weiss (wechselbare Rückschale)
Datennetz Dual-SIM, HSDPA mit max. 7,2 MBit/s Download (LTE-Variante verfügbar)
WLan 802.11 a/b/g/n
Bluetooth 4.0 mit A2DP
GPS A-GPS und GLONASS
NFC Nein, verfügbar in der LTE-Variante
Betriebssystem (Stand: 02.11.2014) Windows Phone 8.1 „Update 2“
Preis ca. 150 €

2.Die Hardware

Obwohl mich am Lumia 640 diesmal die Software fast mehr interessiert, steht auch die Hardware vor einigen Herausforderungen: Seit Ende 2013 hat das Moto G praktisch den gesamten Low- und Mid-Range-Markt überrollt. Gegen die dort gebotene Hardware hat bisher weder ein anderer Android-Hersteller noch irgendein Windows Phone eine Antwort gefunden. Bis jetzt! Das Lumia 640 zieht technisch mit dem aktuellen Motorola Moto G (2014) gleich und unterbietet den Preis in der UVP sogar um satte 20 €. Aber reicht das, um zum neuen Preis-/Leistungskönig gekrönt zu werden?

2.1 Optik, Verarbeitung und Handhabung des Lumia 640

Bei Microsoft regiert schon länger ein schlichtes, eckiges Design. Mir gefiel das schon beim Lumia 630 und Lumia 930 und es gefällt mir auch beim Lumia 640. Mit seinen geraden Kanten und dem 8.8 mm flachen Gehäuse wirkt das Lumia 640 angenehm frisch und modern. Das Gewicht von 145 Gramm geht für ein 5 Zoll Gerät noch in Ordnung, könnte aber auch gern etwas geringer sein. Sehr erfreulich sind auch die angenehm klickigen Tasten mit sauber definiertem Druckpunkt. Ganz grundsätzlich ist das Lumia 640 also ein ganz typischer Vertreter der aktuellen Microsoft Smartphone-Sparte. Für mich persönlich ist es übrigens das erste Lumia ohne „Nokia“ Schriftzug, das ich selbst benutzte.

Leider leistet sich das Lumia 640 in der Handhabung aber zwei sehr störende Patzer. Zum einen kommt das 640 fast ausschließlich in Klavierlack-Optik mit transparenter Kante daher. Zum anderen gerät das Telefon übertrieben breit für seine „nur“ 5 Zoll. Während ich den Klavierlack noch verzeihen könnte, weil immerhin meine Windows Phone Lieblingsfarbe „Cyan“ ein Comeback feiert, finde ich die transparente Kante schrecklich hässlich. Dieser transparente Rahmen verleiht dem Gerät für meinen Geschmack einen unnötig kitischigen und unreifen Anstrich. Im Low-End-Bereich mag das passend sein, beim Lumia 640 wirkt es für mich deplatziert.

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Glossy und transparenter Rahmen: Gar nicht mein Geschmack!

So ist das 640 leider in allen Farben eine furchtbar glitschige Angelegenheit. Die Unhandlichkeit wird weiter durch den gut 5 mm breiten seitlichen Rahmen gesteigert. Derart viel verschwendeter Platz machen das Lumia 640 unnötig ausladend und damit noch schwerer einhändig zu bedienen. Wer im Vergleich ein Moto G (2014) oder Nexus 5 in der Hand hält, würde wohl nie auf die Idee kommen, dass alle die gleiche Displaygröße haben.

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Im Vergleich zum Nexus 5 trotz gleich großem Display spürbar breiter

Diese beiden Punkte sind für mich die wohl größte Schwäche des Lumia 640, weil sie jedes Mal aufallen, wenn ich das Gerät in die Hand nehme. Leider kann man auch nicht einfach die Rückseite wechseln. Obwohl diese nämlich abnehmbar ist, hat sich Microsoft wieder einmal entschlossen, die Rückseiten nicht zum Verkauf anzubieten. Bei Nichtgefallen kann offiziell also nicht einfach für wenig Geld auf die matt-schwarze Rückseite umgesattelt werden. Glücklicherweise springt hier aber wieder einmal schreiber|electronics in die Presche und bietet die Wechselcover bereits zum Kauf an. Enttäuscht vom flutschigen und unhandlichen Ersteindruck hätte ich mein 640 fast wieder an Amazon zurückgeschickt. Dankenswerterweise habe ich von schreiber|electronics aber kurzfristig alternative Wechselcover bereitgestellt bekommen, was mir dieses Review deutlich erleichtert hat. Besten Dank an dieser Stelle für die Unterstützung!

Unter dem Wechselcover befinden sich wieder einmal der wechselbare Akku, zwei Sim-Karten-Slots und ein Steckplatz für eine micro-SD-Karte. Die Rückseite rastet wie gewohnt tadellos ein und passt sauber. Lediglich mein weißes Backcover sitzt an der Kameralinse nicht perfekt, was ich auf minimale Fertigungstoleranzen schieben würde.

2.2 Das Display: Mehr als Mittelklasse

Im unnötig breiten Gehäuse steckt ein 5 Zoll IPS-Display mit HD-Auflösung. Die resultierende Schärfe ist guter Durchschnitt in diesem Preissegment. Mit scharfen Augen sind einzelne Pixel zwar durchaus erkennbar, aber wer kein ausgesprochener Pixeljunkie ist, wird nichts zu meckern haben. Das gilt umso mehr, als dass das Display dank Clearblack-Technik einen beeindruckend satten Schwarzwert bietet. Die resultierenden Kontrastwerte sind meiner Einschätzung nach für diese Preisregion ungewöhnlich gut und lassen das Display sehr knackig wirken. Da kann beispielsweise ein Moto G (2014) nicht mithalten. Auch die Blickwinkel sind erfreulich stabil.

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Das Display ist nicht nur für den Preis sehr gut!

Als Bonus sind zudem „Blick“ sowie „Double-Tap-To-Wake“ an Bord. Ist die „Blick“-Funktion aktiviert, zeigt das 640 im Standby auf dem „deaktivierten“ Bildschirm die Uhrzeit, eine Kalendervorschau oder das Wetter an. Der gute Schwarzwert macht es mir dabei sehr schwer, zu erkennen, dass eigentlich auch das restliche Display aktiv ist. Auf die Akkuleistung hatte die aktivierte Blick-Funktion nach meinem Eindruck einen vernachlässigbaren Eindruck, aber dazu später mehr. Das Aufwecken via Klopfen auf das Display funktioniert beim 640 nach meinem Empfinden sogar zuverlässiger als etwa beim Lumia 830, wo man das Feature eher als „Multiple-Tap-To-Maybe-Wake“ beschreiben müsste.

2.3 Stärken im Akku, Probleme beim Bluetooth

Das üppige Gehäuse hat allerdings den klaren Vorteil, dass mehr Platz für den Akku bleibt. Der ist mit 2500 mAh größer als bei den ähnlich leistungshungrigen Lumia 830 oder Lumia 730 (beide nur 2200 mAh). Und das schlägt sich glücklicherweise auch spürbar in der Akkulaufzeit nieder. Selbst lange Spotifiy-Sessions und viel aktiviertes Display hatten bei mir nie zur Folge, dass ich über den Tag irgendwann nachtanken musste. Mein iPhone 5S hätte längst den elektronischen Geist aufgegeben und auch das Lumia 730, das ich zuletzt getestet habe, kam nicht an diese Ausdauer heran. Leider verzichtet Microsoft darauf, die drahtlose Ladefunktion über den QI-Standard zu integrieren. Dieses mir ans Herz gewachsene Feature dürften aber die Wenigsten vermissen.

Spürbarer ist allerdings ein unerwartet zickiger Umgang mit Bluetooth-Verbindungen. Mit keinem meiner Lumias hatte ich jemals Probleme, eine Verbindung mit meinen üblichen Drahtlos-Kopfhörern oder -Lautsprechern aufzubauen. Das Lumia 640 hingegen konnte mit meinem Logitech (B3) Adapter nur nach äußerst fummeligem Hin und Her kommunizieren und verliert zudem zu meinen Samson B3 Boxen regelmäßig im Standby die Verbindung. Schlimmer noch: Der Reconnect führt reproduzierbar zu einem spontanten Neustart des Geräts. Woran das liegt, kann ich mir nicht erklären. Ich habe aber die neuen Funktion im Verdacht, die es ermöglicht, Bluetooth-Tastaturen mit dem Lumia 640 zu koppeln (dazu später mehr). Die restlichen Drahtlos-Funktionen liefen allerdings ohne Auffälligkeiten: Weder mit WLan noch mit Datenverbindungen im Netz der Telekom und von O2 gab es Schwierigkeiten. NFC ist bei der hier getesteten Dual-Sim Variante übrigens nicht an Bord und erst ab der LTE Variante verfügbar.

2.4 Die Kamera

Das Lumia 640 kauft man nicht wegen seiner Kamera, das ist klar. Mit LED-Blitz und 2,2er Blende bietet es Smartphone-Standardkost. Auf das PureView-Label muss das Lumia 640 genauso verzichten wie auf eine Carl-Zeiss-Optik. Das Resultat sind trotzdem Fotos, die bei guten Lichtverhältnissen für ungeübte Augen kaum von hochwertigeren Smartphone-Kameras zu unterscheiden sind. Sobald man das Tageslicht allerdings verlässt, zeigt sich schon eher ein kontrastarmes und unscharfes Bild, wie man es von anderen Smartphones dieses Preissegments kennt. Für OfficeLens und ähnliche Anwendungsszenarien ist die Kamera aber allemal mehr als ausreichend. Der standardmäßige 16:9 Bildfaktor sorgt übrigens dafür, dass von den eigentlich 8 Megapixel regelmäßig nur 6 Megapixel genutzt werden.

Die Frontkamera löst mit normalem HD auf. Das ist immerhin mehr als beim neuen Macbook Retina (Hihi), aber doch spürbar schlechter als die 5 Megapixel „Selfie-Kamera“, die im Lumia 730, Lumia 640 XL und (kurioserweise auch) im billigeren Lumia 540 verbaut ist. Beispielbilder erspare ich euch.

Sehr froh bin ich, dass Microsoft dem Lumia 640 auch die neue Lumia Camera 5 Software spendiert hat. Das führt zu schnellen Startzeiten der Kamera-App und schneller Picture-to-Picture Zeit. Auch das geniale Feature des manuell anpassbaren Blitzes ist integriert. Genervt bin ich abermals davon, dass wieder die Kamerataste wegrationalisiert wurde. Dieses Ass spielt Microsoft mittlerweile nur noch viel zu halbherzig aus.

2.5 Zwischenfazit: Das Moto G in Reichweite

Bevor ich mich in das Thema Software stürze, bleibt die Frage zu beantworten: Hat das Lumia 640 das Moto G (2014) entthront? Beide Geräte bieten ein 5 Zoll Display mit 720p Auflösung, 1 GB Ram sowie Dual-Sim und SD-Speichererweiterung. Mir persönlich liegt das Moto G (2014) von der Bauform allerdings mehr. Es ist schmaler und dank matter Gehäuseoberfläche auch griffiger. In der Handhabung verliert das Lumia 640 für mich eindeutig, aber das ist zu einem gewissen Teil auch eine Geschmacksfrage. Fakt ist: Für sogar 20 € weniger bekommt man endlich ein richtig gutes Smartphone abseits der Moto G Reihe. Wo das Lumia 730 oder gar 830 stets etwas zu teuer waren, trifft Microsoft nun endlich den richtigen Preis-Nerv. Das Moto G (2014) hat erstmals echte Konkurrenz bekommen.

3. Die Software

Für mich steckt die wirklich spannende Geschichte beim Lumia 640 nicht in dessen Hardware, sondern in der Software. Das Lumia 640 ist aktuell das einzige erhältlich Windows Phone mit Version 8.1 und dem neuen „Update 2“. Ohne großes Tamtam hat Microsoft hier kurzerhand altbekannte Lücken in Windows Phone 8 gestopft. Warum die Software auf dem Lumia 640 derzeit für mich sogar das „bessere Windows 10“ ist, erkläre ich jetzt.

3.1 Das unterschätzte „Update 2“

Wer meinen Blog kennt, weiß um mein ambivalentes Verhältnis zu Windows Phone 8. Es gibt zwar immer wieder Grund zum Lob, aber aktuell auch viel Anlass zur Kritik. Zuletzt tat sich wenig bezüglich der Schwächen des Betriebssystems. Für bekannte Unzulänglichkeiten schien es mittelfristig keine Abhilfe zu geben. Es galt, auf Windows Phone 10 zu warten. Aus dem Nichts und völlig ohne Vorwarnung wurde dann klar: Es geht doch voran. Jedenfalls als Besitzer eines Lumia 640 zund 640 XL darf man sich über die folgenden Neuheiten freuen:

Die erste gute Nachricht: Windows Phone 8 zieht mit iOS (und Cyanogenmod) gleich, was den Datenschutz angeht. In einer neuen Unterkategorie kann man Apps einzeln bestimmte Berechtigungen entziehen und etwa Whatsapp verbieten, den Kalender zu lesen. Damit ist Android das letzte Betriebssystem, in dem das Motto „Friss oder stirb“ gilt. Das ist gut, saugut!

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Großartige News: Windows Phone 8 bietet nun ein eigenes System zum Rechte-Management

Die zweite gute Nachricht: Das Einstellungen-Menü ist endlich sortiert. Und zwar nicht in der völlig unpassenden und fremdartigen Art und Weise, wie es in der aktuellen Windows Phone 10 Preview zu sehen ist, sondern so wie es von Anfang an hätte sein müssen: Im klassichen Metro-Stil mit Überschriften. Zusätzlich lassen sich die Einstellungen durchsuchen. Meine Meinung: Optisch gelungen und praktisch nützlich.

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Endlich: Ein sortiertes Einstellungen-Menü

Die dritte gute Nachricht: Es wird endlich das Bluetooth-HID Protokoll unterstützt. Das bedeutet, dass es ist nun möglich ist, externe Bluetooth-Tastaturen und -Mäuse zu koppeln und in den Office-Apps zum Tippen zu nutzen. Leider wollte die einzig verfügbare Tastatur in meinem Haushalt nicht so recht, weshalb ich euch nur an DrWindows verweisen kann, der das Feature erfolgreich ausprobieren konnte. Wie es scheint, werden die Funktionstasten noch nicht ideal unterstützt und nicht in allen Apps verschwindet die On-Screen-Tastatur zuverlässig, aber dort wo es drauf ankommt, funktioniert es: In den Office Apps. In meinem Fall habe ich nun aber leider die oben beschriebenen Bluetooth-Probleme. Ob es am neuen Bluetooth-HID Protokoll liegt?

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Meine Tastatur war etwas zickig, aber grundsätzlich erlaubt „Update 2“ das Koppeln mit Bluetooth-Eingabegeräten

Ansonsten gibt es noch weitere kleine Änderungen hier und da. So liest man am unteren rechten Rand des Homescreens nun „Alle Apps“ neben dem Pfeil, MKV-Dateien lassen sich nun abspielen und es gibt eine „Mein Handy Finden“ Funktion. Auch wenn all diese Änderungen jeweils nur Details betreffen, für mich ist das Update 2 von den Auswirkungen her vergleichbar mit Windows Phone 8.1. Das sortierte Einstellungenmenü ist ähnlich wichtig für die Ordnung im System wie das damals eingeführte Action Center, das Rechte-Management so notwendig wie der mit 8.1 eingeführte VPN-Support. Dieses „Update 2“ kommt meiner Vorstellung von einem Windows Phone 10 jedenfalls deutlich näher als das, was wir aktuell in der Technical Preview sehen.

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Ungewiss, ob „Update 2“ auch für andere Lumias kommt

Allein dieses Software-Update lässt das Lumia 640 der Windows Phone Konkurrenz uneinholbar davoneilen. Uneinholbar, weil Microsoft sich entscheiden zu haben scheint, dieses Update nicht für andere Geräte auszurollen, sondern alle Mühe in Windows Phone 10 zu stecken. Das ist meiner Ansicht nach eine fatale Strategie und auch eine schlechte Ausrede. Stellt etwa Google die Fortentwicklung von Android 5 ein, weil im Herbst Android 6 erwartet wird? Nein! Wer also das beste Windows Phone Erlebnis will, der kann sein Lumia 930 einmotten und muss zum 640 greifen.

3.2 Schnell, schneller, Windows Phone?

Glücklicherweise zaubert Microsoft mit dem Update 2 nicht bloß neue Features aus dem Hut, sondern scheint auch an der Performance geschraubt zu haben. Das Lumia 640 nutzt exakt die gleiche Power wie viele andere Mittelklasse-Lumias: einen Snapdragon 400 Quad-Core und  1 GB Arbeitsspeicher. Trotzdem wirkt es noch eine Spur flüssiger als etwa das Lumia 730. Gegenüber dem Moto G (2014), das aktuell arg mit den Performance-Problemen von Android Lollipop zu kämpfen hat, ist das ein weiterer Vorteil.

Aus Softwaresicht gibt es daher nur ein Urteil: Das Lumia 640 bietet aktuell das beste Windows Phone Erlebnis. Performance, Features und das garantierte Update auf Windows 10 machen es nicht nur zur einem Hardware-Schnäppchen, sondern auch zur logischen Empfehlung für alle, die sich den besten Eindruck von Windows Phone verschaffen wollen.

4. Mehrwert und Beigaben

Die Gründe für das Lumia 640 gehen mir aber noch nicht aus. Microsoft setzt dem guten Hardware-Paket und dem exklusiven Software-Paket nämlich noch einen Drauf: 1 Jahr Office 365 und 1 TB OneDrive Speicher gratis. Diese jedem Lumia 640 beigelegte Lizenz allein könnte man mit gut 70 € verrechnen. Ich freue mich, dass Microsoft endlich anfängt, sein Ökosystem besser zu verflechten und hoffe, dass derartige Dreingaben im Windows Kosmos Schule machen.

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Office 365: Eine 1-Jahres Lizenz ist dabei

Allerdings muss man die Office Lizenz über einige Umwege aktivieren. Über eine (nicht vorinstallierte) „Office 365 Geschenk-App“ muss ein Aktivierungs-Code angefordert werden. Dazu prüft die App die Seriennummer (IMEI) des Geräts und versendet eine E-Mail an eine anzugebende E-Mail Adresse. Das ganze klappt nur, wenn in Simslot 1 eine aktive Sim-Karte steckt. Vorsicht auch bei der E-Mail: Ich habe mir dort einen Tippfehler gegönnt. Da man die Adresse später nicht ändern kann und auch zur Fehlervermeidung nicht aufgefordert wird, die Adresse zu bestätigen, habe ich mich lange mit dem Office-Support herumärgern müssen, in der Hoffnung, irgendwie an meine Aktivierungs-E-Mail zu kommen. Mittlerweile wurde die App aber angepasst und füllt das E-Mail Feld automatisch mit der Microsoft-ID aus. Meinen Office Code habe ich schließlich mit Hilfe der freundlichen Helfer vom deutschen Lumia-Support erhalten können.

Als weitere Beigabe liegt dem Lumia 640 zudem ein Gutschein für 3 Gratis-Monate eines gewissen deutschen Tagesblattes bei. Ignorieren ist da meine eindeutige Empfehlung.

5. Mein Fazit: Trotz Patzer die logische Wahl

Als Fazit gibt es nichts anderes festzustellen, als dass das Lumia 640 der mit Abstand beste Deal im Windows Phone 8 Lager ist und auch den Preis-/Leistungskönig Moto G in Bedrängnis bringt. Wer mit dem unhandlichen und offen gesagt hässlichen Gehäuse des Lumia 640 klarkommt, erhält mehr als nur ein Einstiegsgerät. Das tolle Display, die gute Akkulaufzeit und die technische Ausstattung auf Niveau eines „Fast-Flagschiffs“ lassen die Kompromisse in der Haptik für viele sicher verschmerzbar werden. Wer dann auch noch die Jahreslizenz Office 365 mit in die Rechnung aufnimmt, dürfte es sehr schwer haben, noch Gründe für ein anderes Lumia zu finden.

Aber: Diese Gründe gibt es. Ich persönlich nutze fast nie Office. Die Gratis-Lizenz hat daher keinen praktischen Mehrwert für mich. Für mich zählt dafür die Handhabung im Alltag sehr viel mehr. Und in dieser Hinsicht überzeugt mich das Lumia 640 leider absolut nicht. Das Lumia 640 mag angesichts des Preises und der Beigaben die logische Wahl sein, eine Herzensentscheidung ist es nicht. Die würde bei mir stattdessen auf das Lumia 730 fallen, das jüngst erheblich im Preis gefallen ist. Wäre da nicht das Update 2, das bislang exklusiv auf dem Lumia 640 zu finden ist, wäre meine Lumia 640 wohl schon auf dem Rückweg zu Amazon.

Was sagt ihr?

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17 Kommentare
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