Apple TV 4 Erfahrungsbericht: Zwei Monate mit der „Zukunft des Fernsehens“

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Klassisches Fernsehen ist tot. Das gilt nicht nur für die Sendeinhalte, die in immer neue Fremdschämtiefen abstürzen, sondern vor allem für das Prinzip des Live-TV im Allgemeinen. Die Zeiten, in denen sich Millionen Menschen zeitgleich im häuslichen Wohnzimmer versammeln und das identische Sendesignal über ihre heimischen Antennen empfangen, sind vorbei. Sendezeiten müssen der Konsumierlust folgen, nicht andersherum. Apple hat diesen „Streaming-On-Demand“ Trend früh aufgegriffen und bereits 2007 mit dem ersten Apple TV passende Streaming-Hardware veröffentlicht. Nach mehreren Nachfolgern und einer zuletzt langen Wartezeit kam im Oktober 2015 nun Generation 4 des Apple TV in den Handel. Wie es sich für Apple gehört, versprechen die Halbgötter aus Cupertino dabei natürlich nichts anderes, als die „Zukunft des Fernsehens„. Nach mittlerweile über zwei Monaten mit der Apple TV 4 versuche ich mich heute an einem Fazit und Testbericht.

Warum ich bisher Apple TV Nutzer war

Seit etwa zwei Jahren steht in meinem TV-Tisch neben einem HTPC auch ein Apple TV der 3. Generation. Kurzzeitig habe ich zwar auch dem ersten Google Chromecast eine Chance gegeben, mich aber schnell wieder von Googles Streaming Stick verabschiedet. Einen ausführlichen Vergleichstest habe ich vor einer Weile bereits veröffentlicht. Ohne die ganzen Einzelheiten wiederholen zu wollen, geht es mir im Kern bei jeder Art von Streaming-Boxen eigentlich nur um wenig: Zuverlässige Apps, Anschlussauswahl und eine gute Fernbedienung.

Und im Vergleich zu seinen Konkurrenten hat der Apple TV 3 lange Zeit meine Bedürfnisse schlicht am Besten erfüllt. Die von mir benötigten Apps sind vor allem Netflix und Youtube und beide liefen auf dem Apple TV 3 ausgezeichnet. Mit Ethernet- und sogar Toslink-Anschluss liefert er zudem alles, was ich an Steckverbindungen benötige. Die mitgelieferte Fernbedienung ist ebenfalls Apple-typisch hochwertig, übersichtlich und präzise. Bei den Konkurrenten fehlten mir hingegen stets einer oder mehrere dieser Punkte: Der Chromecast kam mangels Fernbedienung nicht in Frage, beim Amazon Fire TV fehlte mir lange der Toslink-Ausgang und beim Google Nexus Player hätte ich mich allein auf WLan verlassen müssen.

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Über zwei Jahre mein Streaming-Gerät der Wahl: Der Apple TV 3

Dabei ist mir natürlich klar, dass der Apple TV der 3. Generation zu keinem Zeitpunkt etwas besonderes war. Im Grunde hätte ich wohl auch mit den Konkurrenzgeräten mehr oder weniger gut leben können. Wahre Apple-Fans würden jetzt wohl noch auf den Mehrwert des Apple-Ökosystems™ verweisen, aber das wäre in meinem Fall nicht ehrlich. Apples Airplay zum Beispiel empfand ich stets als so unzuverlässig, dass ich die Bluetooth-Anbindung meines Audio-Video-Receivers stets vorgezogen habe und ob ich nun Filme bei iTunes, Google Play oder Amazon leihe, wäre mir im Zweifel wohl auch egal. Nein, meine Entscheidung für die Streaming-Lösung von Apple war vorrangig die Folge technischer und ergonomischer Ansprüche sowie eines gewissen Vertrauensvorschusses, was die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit von Apple Hardware angeht. Und in dieser Hinsicht hat mein Apple TV 3 über die Jahre alles gehalten, was ich erwartet habe: Zuverlässiges und einfaches Streaming von Netflix, Youtube, Watchever & Co samt komfortabler Bedienung von der Couch aus.

War ein Nachfolger überhaupt nötig?

Für mich persönlich war ein Nachfolger im Grunde also gar nicht zwingend nötig. Zu keinem Zeitpunkt erschien mir der Apple TV der 3. Generation langsam, überfordert oder technisch unzureichend ausgestattet. Auch das Fehlen von 4K-Streaming ist und war für mich kein Nachteil, da weder mein Fernseher noch mein heimischer Internetanschluss für die neuen ultrascharfen Inhalte gewappnet wäre. Interessanterweise ist 4K ja auch beim neuen Apple TV der 4. Generation noch nicht mit an Bord. Das passt zu dem bekanntermaßen sehr zögerlichen Umsetzen von Hardware-Trends bei Apple.

Statt neuer Fähigkeiten hat Apple dem neuen Apple TV 4 vor allem mehr Rechenleistung spendiert. Statt des früheren A5-Einkern-Prozessors arbeitet im vierten Apple TV jetzt der gleiche A8-Doppelkern-Prozessor wie im 2014er iPhone 6. Zusammen mit nun 2 GB Arbeitsspeicher und schnellerem WLan ist der Apple TV 4 also vor allem ein Hardwareupgrade. Optisch ist die Streaming-Box bei alledem auf die doppelte Höhe des Vorgänger angewachsen, um die rechenstärkere Hardware großflächiger, und vor allem weiterhin lüfterlos, kühlen zu können.

tvOS und der Appstore

Der einzige (aber gewichtige) Kritikpunkt beim Vorgänger war für mich die magere App-Auswahl. Anders als bei allen Konkurrenzprodukten gab es bis zur vierten Generation keine Möglichkeit, sich weitere Apps zu laden. Während die Konkurrenz etwa längst die ZDF Mediathek oder Plex in den entsprechenden Appstores zum Download bereithielt, konnte man beim Apple TV nur darauf hoffen, dass sich ein Anbieter die Mühe machen würde, seine App von Apple direkt über das Betriebssystem auf den Apple TV freischalten zu lassen. So zierten bis zuletzt gerade einmal vier (Nicht-Apple-)Dienste mein Apple TV 3 Hauptmenü: Netflix, Watchever, Arte und Youtube.

Das hat Apple nun grundlegend geändert und in Generation 4 seines Apple TV einen eigenen Appstore mitgeliefert. Dieser Appstore war für mich der entscheidende Grund, von Generation 3 auf Generation 4 zu wechseln. Nun ist zwar das Vorhandensein eines Appstores grundsätzlich nichts Neues, aber Apple zieht Entwickler nun einmal an wie kaum ein anderer Hersteller. Egal ob iPhone, iPad oder sogar Apple Watch: Nirgendwo sonst finden sich so schnell, in solcher Qualität und in so hoher Zahl Apps ein. Nach nun zwei Monaten würde ich sagen, dass meine Rechnung diesbezüglich aufgegangen ist. Bereits kurz nach dem Start des Apple TV 4 waren die offizielle ZDF App, ntv oder die App des bayerischen Rundfunks verfügbar. Bald darauf landeten mit Plex und Infuse auch zwei bekannte Programme zum Streamen lokaler Videodatenbanken im Appstore und jüngst hat es mit MrMC sogar eine (abgespeckte) KODI-Version geschafft. Auch die bekannte Magine Live TV App ist mittlerweile verfügbar. Dementsprechend ist mein Apple TV 4 Hauptmenü deutlich belebter als es noch beim Vorgänger der Fall war.

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Apps: Endlich Leben im Hauptmenü

Alle diese Apps sind dabei Apple-typisch auf einem sehr hohen Niveau was Design, Funktion und Bedienbarkeit angeht. Die fast 10 € teure Infuse App beispielweise wirkt ausgesprochen schlicht und edel und bereitet heimische Filmdatenbank sehr hochwertig auf. Die Magine Live TV App ist ähnlich gelungen. Insgesamt meine ich wieder einmal das zu erleben, wofür Apples Appangebot so bekannt ist: Qualität und große Auswahl.

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Sogar KODI hat es (abgespeckt) auf den Apple TV 4 geschafft

Als Unterbau diente für die Apple TV Geräte schon seit Generation 2 eine Abwandlung von iOS. Der Apple TV 4 ändert daran nichts, soll aber laut Presseberichten zu einem noch größeren Teil der Software ähneln, die auf dem iPhone läuft. Das merkt man tatsächlich in einigen Bereichen, wie etwa der neuen Multitasking-Funktion. Betätigt man die Hometaste auf der Fernbedienung zweimal in schneller Folge zeigen sich alle offenen Apps in einer Karten-Oberfläche und lassen sich durch Wegwischen in bekannter iOS-Manier schließen.

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Multitasking im iOS-Look

Es ist eindeutig, dass der große Fortschritt am Apple TV 4 das neue Betriebssystem und vor allem der integrierte Appstore ist. Im Vergleich zu den Vorgängern ist der Apple TV 4 schlicht um Längen vielseitiger. Von ehemals wenigen Fremdiensten hin zu einem lebendigen Appstore. Von iTunes und Netflix hin zur privaten Videosammlungen und sogar Live-TV: Wer bereit ist, für gute Apps Geld zu bezahlen, kommt mit dem Apple TV 4 sehr nah an den Traum des Allzweck-Geräts heran. Ich persönliche nutze parallel noch immer einen Intel NUC als HTPC sowie diverse Standalone-Geräte für KODI (aktuell einen aufgemotzten Raspberry Pi 2 und die WeTek Openelec Box). Zu 100 % kann der Apple TV 4 diese zwar nicht ersetzen, denn es fehlen zum Beispiel ein vollwertiger Internet-Browser oder ein vollwertiges KODI, aber der Apple TV 4 kommt dem Ziel immer näher, alle diese Geräte überflüssig zu machen.

Die neue Fernbedienung

Die einzige echte Veränderung auf Hardware-Ebene ist die Fernbedienung und das leider nicht immer zum Vorteil. Rein optisch habe ich zunächst aber nichts zu meckern: Aus der alten silbernen Aluminium-Fernbedienung mit wechselbarer Knopfzelle wurde eine elegante Glas-Metallkonstruktion. Die nun fest eingeschlossene Batterie wird über einen Lightning-Anschluss geladen. Das ist tatsächlich ziemlich praktisch und glücklicherweise legt Apple auch ein USB-auf-Lightning-Kabel bei (und setzt nicht frech voraus, dass im Haushalt bereits ein iOS-Gerät vorhanden wäre). Der Akku der Fernbedienung läuft bei mir nach zwei Monaten übrigens noch immer mit der Ladung, die er beim Auspacken besaß; Trotz täglicher Nutzung des Apple TV: Klasse!

Das ehemalig Steuerkreuz wurde ersetzt durch ein Trackpad. Dieser Punkt hat mir schon in meinem Apple Keynote 2015 Rückblick die größten Sorgen gemacht. Nicht umsonst lehne ich Streaming-Sticks wie den Chromecast ab, weil ich das Steuern über die Glasfläche des Smartphones furchtbar finde. Ganz so schlimm ist das Bediengefühl bei der neuen Apple TV 4 Fernbedienung zum Glück nicht. Das liegt einerseits daran, dass Pause, Menü und Lautstärke noch immer über dedizierte Tasten aufgerufen werden. So übernimmt das Trackpad wirklich nur das Wandern durch Menüs und das Auswählen durch Tap/Klick. Andererseits ist das Trackpad schlicht auch sehr gut und auf dem Niveau der erstklassigen Macbook Trackpads. Grundsätzlich funktioniert die Bedienung mit dem Trackpad also durchaus gut.

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Statt Trackpad wären mir Cursor-Tasten lieber

Trotzdem kämpft man auch bei dem Trackpad mit den typischen Problemen der Touch-Bedienung. Besonders kleinschrittige Menüsprünge zwischen benachbarten Elementen schlagen häufig fehl, weil man die Wischgeste auf dem Trackpad nicht genau dosieren kann. So lande ich beim Manövrieren durch den Homescreen regemäßig ein oder zwei Apps weiter als ich es geplant hatte. Wirklich spürbar und geradezu katastrophal wird es dann in der Texteingabe. Die Texteingabe über die „Perlenschnur“ darf man getrost als Disaster bezeichnen. Das Eingeben von Nutzernamen, Passwörtern oder Suchbegriffen ist eine Qual. Viel zu leicht wischt man weit über den anvisierten Buchstaben hinaus und kann sich dem alphabetischen Ziel nur langsam mit vorsichtigen Daumenzuckungen nähern.

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Die Texteingabe via „Perlenschnur-UI“ ist eine Katastrophe

Nun möchte man natürlich sofort einwenden, dass Apple genau deshalb doch ein Mikrofon in die Fernbedienung integriert hat. Über die neue Mikrofon-Taste lassen sich an jeder Stelle der Sprachassistent aufrufen und per Stimmenkommando Eingaben machen. Apple nennt die Fernbedienung dementsprechend direkt „Siri-Remote“, aber von Siri ist insgesamt wenig zu sehen. Erstens antwortet der Apple TV nicht mit einer gesprochenen Antwort und zweitens ist der Funktionsumfang gegenüber dem bekannten iOS-Sprachassistenten (Ja, ich nutze Siri in der männlichen Sprachversion) extrem abgespeckt. Derzeit ist „Siri“ auf dem Apple TV 4 leider nur für zwei Dinge zu gebrauchen: Wetter- oder Sportinfos und das Suchen nach Medieninhalten. Nicht benutzen kann man die Spracheingabe hingenen als Ersatz für die oben kritisierte Texteingabe. Man kann in Youtube also nicht die Eingabe von Suchbegriffe durch das Nennen des gesuchten Begriffs ersetzen. Und selbst die eigentliche Kernfähigkeit von Siri, das Auffinden von Medien, gelingt derzeit nicht immer wie erhofft.

Zwar erkennt die Software sehr zuverlässig das, was man ins Mikro spricht. Das gilt sogar für den typischen Mix aus deutschen Befehlen und englischen Suchbegriffen. Man muss Matt Damon als nicht künstlich eindeutschen. Aber viel zu oft liefert der Suchassistent dann keine oder unzuverlässige Ergebnisse. Sehr störend ist etwa, dass die Sprachsuche für iTunes-Filme stets mehr Tonspuren anpreist, als der Leihfilm im deutschen Store tatsächlich bietet. Mehrfach musste ich nach Start des Films feststellen, dass ich mich auf die Ergebnisse der Sprachsuche nicht verlassen konnte, als im geliehenen Film nur die deutsche Synchronfassung verfügbar war. Auch die versprochene Suche über verschiedenste Streamingdienste hinweg klappt nicht immer wie erhofft. Eine Suche nach Jennifer Aniston oder nach Friends sollte eigentlich alle Dienste zeigen, bei denen ich die gesuchten Inhalte finde. Oft werden mir aber nur Suchtreffer aus iTunes angezeigt obwohl die Serie Friends definitv auch auf Netflix verfübar ist. Ein Test mit der Serie Dr. House hingegen zeigt, wie es eigentlich aussehen sollte. Denn dort zeigt die Suche nicht nur iTunes, sondern auch Netflix als (kostenlose) Streaming-Alternative an:

Alles in allem schafft die Fernbedienung derzeit genauso viele Probleme, wie sie sie löst. Zwar ist der Akku erfreulich ausdauernd, aber die Probleme der Touch-Bedienung bleiben. Vor allem die Siri-Suche ist derzeit nur ein geringer Mehrwert und wurde von mir nach den üblichen ersten Tages des Herumspielens praktisch nie wieder genutzt.

Keine Gefahr für Gaming-Konsolen

Eng mit dem Thema der Fernbedienung hängt das Thema Gaming zusammen. Apple platziert den neuen Apple TV 4 schließlich bewusst als Wohnzimmer-Alternative für Casual Gamer. Diese Ambitionen werden dabei im Grunde wieder von zwei bekannten Faktoren betrieben: Der Appstore, der neben Apps nun auch Spiele enthält und der Fernbedienung, die gleichzeitig als Controller benutzt werden kann.

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Für Gelegenheitsspieler bietet der Appstore durchaus brauchbares Futter

Ich habe testweise Rayman Adventures, das sehr niedliche Lumino City sowie Asphalt 8: Airborne und Jetpack Joyride ausprobiert. Grundsätzlich ist das Spielen dieser Gelegenheits-Games durchaus ein nettes Extra, aber die oben beschriebenen Probleme mit der Fernbedienung setzen sich bei der Verwendung als Game-Controller leider fort. In Lumino City, einem klasischen Point And Click Adventure, führt die Steuerung über das Trackpad in ähnlicher Weise zu ungenauen Bewegungen des Pointers wie bei der sonstigen Bedienung. In Rayman hingegen gelingt die Steuerung besser, unter anderem deswegen, weil das Trackpad für Aktionen nur getabt, nicht geklickt werden muss. Trotzdem ist die Fernbedienung aus meiner Sicht insgesamt der größte Spielverderber. Könnte man eine Bluetooth-Maus für präzisere Cursor-Bewegungen koppeln, wäre das etwas anderes, aber bis dato kann der Apple TV 4 weder mit Bluetooth-Keyboard noch Bluetooth-Maus verbunden werden, nicht einmal dem original Apple Zubehör.

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Echter Spielspaß kommt erst mit passendem Controller auf

Abhilfe schaffen aber die „Made for iOS“ Controller. Mit dem offiziell von Apple beworbenen SteelSeries Nimbus Controller zum Beispiel machen Rayman Adventures oder Asphalt 8: Airborne ganz erheblich mehr Spaß und erschaffen tatsächlich die Illusion, eine Gaming-Konsole im Wohnzimmer zu haben. Allerdings summieren sich die Gesamtkosten für Apple TV 4 samt Controller dann auf einen Betrag für den man auch ausgewachsene Gamine-Konsolen, wie die noch immer sehr beliebte XBox 360, bekommt.

Fazit: Wenn das die Zukunft ist …

Wenn das, was Apple mit dem Apple TV 4 derzeit bietet, tatsächlich die Zukunft des Fernsehens ist, dann leben wir schon deutlich länger in der Zukunft, als ich es bisher dachte. Es gibt nichts zu beschönigen: Der Apple TV 4 hat vor allem den Abstand aufgeholt, den sich die Konkurrenz seit 2012 erarbeitet hat. Appstore, Sprachassistent und Bluetooth-Fernbedienung sind weder neu noch revolutionär, sondern üblicher Standard. Für mich lässt sich der Apple TV 4 derzeit stattdessen auf eine einzige Stärke reduzieren: Hochwertige Apps.

Wer aktuell den Apple TV 4 kauft und ihn den Konkurrenten von Google, NVidia oder Amazon vorzieht, gewährt Apple vor allem einen Vertrauensvorschuss, was die Entwicklung des App-Ökosystems angeht. Das Angebot an Apps und Spielen wird aller Voraussicht nach auch im Bereich der Streaming-Boxen schnell zum Besten gehören, was im Wohnzimmer zu bekommen ist. Die sonstigen Upgrades gegenüber dem Apple TV 3 sind derzeit hingegen kein schlagendes Argument. Die Sprachsuche ist (noch) nicht so nützlich, wie erwartet und die Touchbedienung über das Trackpad der Fernbedienung etwas unausgereift.

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Noch sieht die „Zukunft“ sehr nach Gegenwart aus

Die eigentliche Innovation, die vom Apple TV 4 erwartet wurde, konnte Apple nicht liefern: Einen eigenen TV-Streaming-Dienst. Die dazu nötigen Verhandlungen mit den US-amerikanischen Kabelnetzwerken sind Gerüchten zu Folge gescheitert, so dass Apple den vierten Apple TV ohne eigenes Internet-TV-Angebot veröffentlichen musste. Die Integration der nationalen und örtlichen Fernsehsender in ein eigenes Apple-Internet-Fernsehen wäre die echte Innovation und würde den Apple TV 4 von der Konkurrenz spürbar abheben. Selbst wenn Apple aber in den USA einen Großteil der Fernsehanstalten zum Mitmachen überreden könnte, vermute ich, dass es noch eine ganze Weile dauern dürfte, auch die deutschen Sendeanstalten dazu zu bewegen, ihre Inhalte an Apple zu vermieten.

Bis es soweit ist, ist der Apple TV 4 also vorerst „nur“ eine sehr solide Streaming-Box mit dem Apple-typisch hochwertigen App-Angebot und einigen Hausaufgaben was die Trackpad-Fernbedienung angeht. Ob das genug ist, um die ca. 169 € zu investieren, muss jeder selbst entscheiden. Ich persönlich habe derzeit jedenfalls keinen Grund, auf die Konkurrenz zu wechseln und bin zufrieden mit meinem Upgrade. Was meint ihr?

See you in the comments!

12 Kommentare
  1. DMM
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